Der Kanton Waadt beziffert erstmals die Schäden an den Rebbergen, welche durch ein Pilzschutzmittel des deutschen Pharma- und Chemiekonzerns Bayer verursacht worden sein könnten: Sie könnten sich auf bis zu 40 Millionen Franken für das Jahr 2015 belaufen.

Betroffen seien etwa 10 Prozent der Ernte, hielt der Kanton Waadt in einer Medienmitteilung vom Mittwoch fest. Weil jedoch 90 Prozent der Weinernte verschont blieb, rechnet der Kanton Waadt dennoch mit einem Jahrgang, welcher der Nachfrage entspricht.

Mittel wird vorerst nicht mehr verwendet

Das Pflanzenschutzmittel Moon Privilege war wegen Schäden an Blättern ins Visier der Winzer geraten. Weil die Blätter der Pflanzen deformiert wurden, wuchsen keine Beeren. Die Winzer vermuten einen Zusammenhang mit dem Pilzschutzmittel.

Wegen der Probleme hat Bayer den Winzern bereits empfohlen, das Mittel nicht mehr zu verwenden. Das Bundesamt für Landwirtschaft entzog bis auf weiteres dessen Zulassung für den Rebbau.

Zusammenhang mit Schutzmittel unklar

Ob wissenschaftlich ein Zusammenhang zwischen dem Fungizid und den Schäden besteht, untersucht bereits der Bund mit seiner Forschungsanstalt Agroscope in Zusammenarbeit mit den kantonalen Landwirtschaftsbehörden.

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Auch Bayer arbeitet ein Gutachten aus. Der Kanton Waadt lanciert das Gegengutachten dazu, um die Interessen der Winzer im Kanton zu schützen. Diese sollen mit Hilfe von Spezialisten der Genossenschaft Schweizer Hagel ihre Schäden genau registrieren lassen. Der Kanton Waadt bewilligt dafür 70'000 Franken .

(sda/mbü)