Die Swisscom will die Bezahl-App Paymit mit ihren neuen Partnern zur «nationalen Lösung» weiterentwickeln. Zugleich gibt der Telekomkonzern seine Bezahl-App Tapit auf. Das Produkt stand von Anfang an unter einem schlechten Stern: Letzten Sommer stellte Swisscom seine Mitbewerber Sunrise und Orange als Projektpartner vor – Sunrise und die jetzige Salt haben die App aber gar nie aktiv ihren Kunden schmackhaft gemacht, wie sie handelszeitung.ch bestätigen.

Eine weitere Hürde war Apple: iPhone-Nutzer konnten Tapit nie herunterladen. Dabei ist Apple in der Schweiz der Marktleader bei Smartphones. Tapit funktioniert mit der Übertragungstechnologie NFC. Auch das Bezahlsystem von Apple, Apple Pay, basiert auf NFC. Der US-Internetgigant akzeptiert laut Swisscom-Sprecher Olaf Schulz bei NFC keine Drittanbieter. Swisscom macht Apple aber nicht für den Misserfolg verantwortlich. «Wir wollen Apple nicht den schwarzen Peter zuschieben», betonte Sprecher Schulz.

In Übersee lauert Apple

Apples Bezahlsystem Apple Pay ist in den USA bislang sehr erfolgreich. Auch in der Schweiz darf sich der US-Konzern gute Chancen ausrechnen. Nach einem Zweikampf um das digitale Portemonnaie der Schweizer sieht es im Moment sowieso nicht aus.

Denn auch mindestens ein Schweizer Unternehmen stellt sich der Vorherrschaft von Paymit entgegen: Postfinance hält an seiner Bezahl-App Twint fest. Noch diesen Sommer soll die App in Restaurants des Gastrounternehmens SV Group lanciert werden. Weniger später will der Detailhändler Coop Twint einführen.

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Migros will bald mehr sagen

Auch die  Migros will ihre Migros App um ein digitales Portemonnaie erweitern. Ob der Detailhändler so zu einem echten Konkurrenten wird, ist nicht klar. Die Migros will bald mehr Informationen preisgeben. Schon seit fast zwei Jahren bietet zudem Manor eine Bezahl-App an. Mit der Manor Mobile Card können die Nutzer aber nur bei Manor und Jumbo bezahlen.