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Wirtschaft: Trotz Stagnation bleibt Seco optimistisch

Schweiz: Nach zwei positiven Quartalen stagnierte die Wirtschaft im dritten Quartal. Keystone

Eine schwarze Null statt einer roten Null: Die Seco-Ökonomen bleiben weiter verhalten positiv über die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft. Die Stagnation beruht auf einer Kombination von Faktoren.

Veröffentlicht am 02.12.2016

Die Stagnation im dritten Quartal werten die Ökonomen des Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) als schwarze und nicht als rote Null. Sie sehen die Schweizer Wirtschaft weiterhin auf dem verhalten positiven Erholungspfad.

Das Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) stagnierte im Vergleich zum Vorquartal. Doch diese Stagnation folgt auf ein überraschend starkes 2. Quartal mit einem Wachstum von 0,6 Prozent. Auch das erste Quartal mit +0,1 Prozent lässt sich immerhin verhalten positiv bewerten.

Unglücklicher «Ausrutscher»

Insofern rät Eric Scheidegger, Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik beim Seco, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda davon ab, alleine das dritte Quartal zu betrachten. Schwankungen von Quartal zu Quartal seien nicht ausserordentlich, sagt er.

Dennoch fällt im dritten Quartal eine Besonderheit auf: Das Wachstum der Schweizer Wirtschaft im Vergleich zum Vorquartal wurde gedrückt von dem aussergewöhnlichen Zusammentreffen von schwachem Privatkonsum (+0,1 Prozent) und rückläufigem Staatskonsum (-0,1 Prozent). In diesen Konsumausgaben enthalten ist die auffällig schwache Entwicklung der staatsnahen Dienstleistungen. Das Seco erwähnt besonders die Gesundheitsausgaben. Diese unglückliche Zusammentreffen in einem Quartal interpretiert Scheidegger als «Ausrutscher».

Überschuss bei Einfuhren

Auffällig ist auch, dass die Schweiz als Exportnation im dritten Quartal 2016 eine negative Handelsbilanz aufweist. So sind im Vergleich zum Vorquartal die Warenexporte inklusive Transithandel um 0,2 Prozent zurückgegangen, die Dienstleistungsexporte um 0,8 Prozent. Dem stand ein Plus bei Warenimporten von 0,2 Prozent gegenüber. Die Dienstleistungsimporte stagnierten bei Null.

Scheidegger verweist in diesem Zusammenhang auf den Transithandel, der grundsätzlich volatil ist. Betrachtet man nämlich die Warenexporte ohne Transithandel, dann zeigen sich seit einem Jahr durchwegs positive Wachstumsraten. Scheidegger folgert daraus, dass sich die industriellen Warenexporte positiv entwickelten, «auch wenn sie stark von der Pharmaindustrie getrieben sind», schränkt er ein. «Die Erholung vom Frankenschock setzt sich fort», lautet sein Fazit.

Eher gute Zeichen

Hinzu kommt, dass sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld der Exportnation Schweiz durchwegs verhalten positiv präsentiert: Europa und die USA wachsen derzeit wieder; und auch China hat sich gefangen. Hinzu kommen weitere positive Indikatoren, wie etwa der Produktionsmanager-Index PMI, der für die Schweiz auf dem höchsten Stand seit 2014 liegt. Für Scheidegger stehen die Zeichen eher gut, dass das BIP im nächsten Quartal «wieder positiv ausfallen kann» – die Schweizer Wirtschaft also wieder wächst.

(sda/jfr/hon)

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