Die Schweizer Bauwirtschaft hat sich im vierten Quartal deutlich abgekühlt. Der von der Credit Suisse (CS) und dem Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) berechnete Bauindex Schweiz sinkt im Berichtsquartal zum Vorquartal um 6 Indexpunkte und zum Vorjahresquartal um 4 Punkte auf einen Stand von 136 Punkten.

In Prozenten schliesst der Index das Jahr 2014 um 2,9 Prozent unter dem Vorquartal und 4,2 Prozent unter dem Vorjahresquartal ab. Mit Ausnahme des Ausbauindex, der üblicherweise verzögert reagiere, ziehe sich die Korrektur durch alle Bausparten hindurch, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Weniger Wohnungen gebaut

Der Hochbauindex sinkt den Angaben zufolge gegenüber dem dritten Quartal um 4,4 Prozent (-5 Punkte). Haupttreiber dieses Rückgangs ist der Wohnungsbau, der nach einem neuen Höchststand im Vorquartal um 5,9 Prozent nachgibt (-8 Punkte).

Es dürfte sich aber um eine temporäre Schwächephase handeln, die als Korrektur der ansonsten sehr hohen Dynamik des Jahres 2014 zu verstehen sei, glauben die Verantwortlichen. Ausserdem mache sich in der Indexkomponente Wohnungsbau mit rund einem Jahr Verzögerung die veränderte Ausgangslage beim Bau von Zweitwohnungen bemerkbar, die ab 2013 für eine markant schwächere Wohnraumplanung im Alpenraum gesorgt habe.

Zenit erreicht

Die Korrektur sollte zwar nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Höhepunkt im Wohnungsbau überschritten sein dürfte. Mit einem Einbruch sei jedoch nicht zu rechnen. So seien zum Beispiel im zweiten Quartal 2014 so viele Baubewilligungen für neue Wohnungen erteilt worden wie in keinem zweiten Quartal seit Messbeginn. Diese Planung werde auch im nächsten Jahr noch für ein hohes Bauvolumen sorgen.

Im Tiefbau seien die Schwächesignale dagegen deutlicher: Die Indexkomponente gibt zum Vorquartal wie auch zum Vorjahr um rund 4 Prozent nach (-7 bzw. -8 Punkte). Zwar sollte auch im Tiefbau der solide und langfristig ausgerichtete Auftragsbestand einen Einbruch verhindern. Auslaufende Grossprojekte und sparsamere öffentliche Haushalte sprächen aber dafür, dass der Zenit überschritten sei.

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2015: Leichter Rückgang

Der Baumeisterverband fasst die Lage so zusammen: «Die Baubewilligungen und die Auftragseingänge der Baufirmen sind rückläufig. Das Niveau ist aber immer noch recht hoch.» 2014 werde trotzdem ein gutes Baujahr, im Vergleich zum Vorjahr werde die Bautätigkeit voraussichtlich höher ausfallen.

Für 2015 erwartet der Schweizerische Baumeisterverband einen leichten Rückgang; einen eigentlichen Einbruch befürchtet er aber nicht. Die Auftragslage sei weiterhin zufriedenstellend.

Anders präsentiere sich die Lage in den Tourismusgebieten: Hier werden die Auswirkungen der Zweitwohnungsinitiative im nächsten Jahr massiv zu spüren sein, prognostiziert der Verband. Die Wohnbautätigkeit werde empfindlich zurückgehen.

(awp/ise/ama)