Nach den Rekordjahren 2010 (+14,5 Prozent) und 2009 (-12 Prozent) hat die Welthandelsorganisation (WTO) für dieses Jahr ein Wachstum von 6,5 Prozent vorausgesagt. 2011 würden wieder normaleren Werte wie vor 2008 erreicht. Diese moderaten Aussichten seien mit den Nachwirkungen der Finanzkrise, dem Erdbeben in Japan sowie der starken Erhöhung der Erdölpreise zu erklären, sagte WTO-Direktor Pascal Lamy in Genf.

"Wir kehren dieses Jahr auf ein stabileres Niveau zurück", sagte Lamy. Bleibt es bei diesen 6,5 Prozent Wachstum, komme der Welthandel immerhin auf einem höheren Wert zu liegen, als der jährliche Durchschnittswert zwischen 1990 und 2008 mit 6 Prozent.

"Der Kater nach der Finanzkrise ist noch immer mit uns", sagte Lamy weiter. Die grosse Arbeitslosigkeit in entwickelten Volkswirtschaften und die rigorosen Sparmassnahmen in Europa werden den Druck weiter erhöhen.

Die Exporte der Industrienationen wuchsen im vergangenen Jahr um 13 Prozent, gegenüber 16,5 Prozent im Rest der Welt. China erreichte "ein spektakuläres Wachstum" von 28 Prozent. Fürs 2011 prognostiziert die WTO ein Exportwachstum von 4,5 Prozent. Für die Entwicklungs- und Schwellenländer wird ein durchschnittliches Exportwachstum von 9,5 respektive 6,5 Prozent erwartet.

(tno/sda)

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