Die Zahl der in die Schweiz zuwandernden Ausländer wächst in diesem Jahr um rund 10 Prozent. Das geht aus den heute veröffentlichten Zuwanderungszahlen des Bundesamts für Migration hervor. Demnach lag die sogenannte Wanderungsbilanz – also die Differenz von zugewanderten und abgewanderten Ausländern – in den ersten elf Monaten von 2013 bei 78'487 Personen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wanderten per Saldo lediglich 71'322 Ausländer in die Schweiz ein. Das entspricht einem Plus von 10,1 Prozent.

Die vom Bundesamt für Migration veröffentlichten Zahlen dürften die ohnehin schon sehr emotionale Debatte über die Beschränkung der Migration zusätzlich befeuern. Die SVP will die Zuwanderung mithilfe der Initiative «Gegen die Masseneinwanderung» eindämmen. In rund anderthalb Monaten, am 9. Februar, wird abgestimmt. Das Begehren fordert die Wiedereinführung von dauerhaften Kontingenten. Der Ausgang ist offen. Das Anliegen dürfte aber zumindest breite Bevölkerungskreise ansprechen.

Die offiziellen Zahlen belegen zudem, dass die im April aktivierte Ventilklausel die Zuwanderung nicht nennenswert begrenzte in diesem Jahr.

Wanderungsbilanz wächst weiter

Zwar schliessen die Zahlen des Bundesamts für Migration noch nicht die Daten für den aktuellen Dezember mit ein. Schon jetzt ist aber klar: Die Wanderungsbilanz wird in diesem Jahr erneut deutlich höher ausfallen als im vorherigen Kalenderjahr. Bereits in den ersten elf Monaten 2013 liegt die Zuwanderung per Saldo um rund neun Prozent über der Marke fürs Gesamtjahr 2012. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Dezember die Statistik noch nennenswert beeinflusst.

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Damit bestätigt sich der Trend der Vergangenheit: Schon im vergangenen Jahr wuchs die Zuwanderungsbilanz im Vorjahresvergleich deutlich: 2011 wanderten per Saldo noch knapp 65'000 Personen in die Schweiz ein. Damit liegt der Wert in diesem Jahr gut 21 Prozent über der 2011er-Marke.

Bundesrat stellt sich gegen SVP-Initiative

Trotz dieser Zahlen stellt sich das Bundesamt für Migration gegen die SVP-Initiative zur Begrenzung der Einwanderung. Es vertritt die Position des Bundesrates, der Ende November dazu Stellung nahm. «Die Zuwanderung trägt viel zum Wohlstand der Schweiz bei», heisst es dort. Höchstzahlen für die Aufenthaltsbewilligungen von Ausländern engen demnach den Spielraum der hiesigen Unternehmen ein: «Die Schweizer Volkswirtschaft steht auch dank der Personenfreizügigkeit international hervorragend da.» Sie verzeichne im internationalen Vergleich eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten.