Der Zeitpunkt der lang erwarteten Zinswende in den USA bleibt offen. Dies bekräftigte am Dienstag William Dudley, Chef der einflussreichen Notenbank von New York, in Zürich. «Der Ablauf der Zinswende wird davon abhängen, wie sich die Wirtschaftsaussichten entwickeln. Solange die wirtschaftlichen Aussichten unsicher sind, wird auch der Zeitplan der Zinswende unsicher sein.»

Zudem rief Dudley die Teilnehmer an den Finanzmärkten dazu auf, die konjunkturelle Entwicklung im Auge zu behalten. Dann dürfte auch der Beginn der Zinswende keine grosse Überraschung mehr darstellen.

Fed soll im Vorfeld nicht «telegraphieren»

Noch deutlicher wurde am Montagabend John Williams, Präsident der regionalen Notenbank von San Francisco. Er sagte im US-Fernehen, die Zentralbank sollte damit aufhören, ihre Entscheidungen im Vorhinein den Märkten zu «telegraphieren».

Beide Äusserungen sprechen dafür, dass die Fed Zinsanhebungen nicht lange im Voraus signalisieren wird. Auch Fed-Chefin Janet Yellen hatte zuletzt betont, dass Zinsanhebungen prinzipiell auf jeder Sitzung des geldpolitischen Ausschusses möglich seien. Damit entfernt sich die Federal Reserve immer mehr von der jahrelangen Praxis, die Finanzmärkte durch weit in die Zukunft reichende Zusagen (Forward Guidance) an die Hand zu nehmen.

(awp/dbe/ama)

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