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Zentralbanken öffnen die Geldschleusen

Die Schweizerische Nationalbank will anderen Zentralbanken bei Bedarf mehr Franken zur Verfügung stellen. (Bild: Keystone)

Mehr Liquidität für das Finanzsystem: Die SNB und weitere führende Zentralbanken haben sich auf eine gemeinsame Aktion geeinigt, um gegen die Spannungen an den Märkten vorzugehen.

Veröffentlicht am 30.11.2011

Die Notenbanken der Schweiz, der USA, von Kanada, England, Japan und die Europäische Zentralbank (EZB) haben vor, in einer konzertierten Aktion dem globalen Finanzsystem mehr Liquidität zuzuführen. Die Zinssätze für bestehende Liquiditäts-Swap-Abkommen sollen per 5. Dezember um 50 Basispunkte gesenkt werden.

Die Geldtauschgeschäfte wurden bis 1. Februar 2013 verlängert. Zudem werden die Bank of England, die Bank of Japan, die EZB und die SNB die im Oktober begonnen Geschäfte mit Laufzeiten von drei Monaten weiterhin anbieten.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beschloss in Absprache mit den anderen Zentralbanken ausserdem, ein befristetes Netzwerk von gegenseitigen Swap-Abkommen aufzubauen. So kann sie den betreffenden Banken bei Bedarf mehr Schweizer Franken zur Verfügung stellen. Des Weiteren könnte sie, falls nötig, Liquidität in kanadischen Dollar, britischen Pfund, Yen und Euro (zusätzlich zu den bestehenden Optionen in US-Dollar) zu gewähren.

Die Aktienmärkte reagierten umgehend auf die Nachricht: Der SMI kletterte zwischenzeitlich auf den Tageshöchststand von 5634 Punkten und lag um 14:39 Uhr 1,72 Prozent im Plus bei 5626 Punkten.

Hintergrund der koordinierten Aktion ist die Vertrauenskrise im Geldhandel zwischen den Geschäftsbanken angesichts von Schuldenkrise und unsicherer Weltkonjunktur. Der Jahreswechsel gilt wegen des steigenden Liquiditätsbedarfs als kritischer Zeitpunkt.

(laf/tno/sda)

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