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Aufschwung
ZKB: Beschleunigung der Konjunktur

Eiger, Mönch und Jungfrau. Mit der Konjunktur soll es aufwärts gehen. (Bild: Keystone)

Mit der Schweiz soll es weiter aufwärts gehen. Die Zürcher Kantonalbank rechnet mit einem Plus von knapp zwei Prozent.

Veröffentlicht am 06.12.2013

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) rechnet mit einer leichten Beschleunigung der Schweizer Konjunktur. Im nächsten Jahr dürfte das Bruttoinlandprodukt (BIP) um 1,8 Prozent zulegen nach einem Plus von 1,7 Prozent in diesem Jahr.

Damit zählen die ZKB-Ökonomen zu den pessimistischsten Konjunkturauguren. Die meisten anderen Prognostiker sagen ein BIP-Wachstum von 2 Prozent und mehr voraus. Am optimistischsten ist die Raiffeisen-Bankengruppe, die ein Plus von 2,6 Prozent erwartet.

Private Konsum schwächt sich ab

Das Wachstum des privaten Konsums werde sich im nächsten Jahr etwas abschwächen, sagte der Leiter der ZKB-Marktanalyse und -Anlagestrategie, Anastasios Frangoulidis, am Freitag vor den Medien in Zürich. Es werde sich ein gewisser Sättigungseffekt einstellen. Auch die Bauinvestitionen dürften deutlich an Tempo verlieren.

Dagegen werden die Exporte kräftig um 4,9 Prozent klettern, nachdem sie in diesem Jahr lediglich um 2,2 Prozent zulegten. Noch stärker zeigen sich die Ausrüstungsinvestitionen, deren Wachstum sich von 0,6 Prozent auf 5,2 Prozent beschleunigen dürfte.

Auf der anderen Seite dürfte die Inflation wieder anziehen. Nach einem Preisrückgang von 0,2 Prozent in diesem Jahr rechnet die ZKB mit einer Teuerung von 0,5 Prozent 2014. Damit werden die Reallöhne kaum steigen. Denn die Lohnrunden würden nur moderate Nominallohnsteigerungen anzeigen, hiess es weiter.

Dennoch werde die Teuerung sehr verhalten bleiben. Denn der wichtigste Inflationstreiber - die so genannte Lohn-Preis-Spirale - komme nicht in Gang. Für 2015 rechnet die ZKB mit einer Inflation von 1 Prozent. Das Bruttoinlandprodukt dürfte im übernächsten Jahr um 2 Prozent wachsen.

Deutschland mit kräftigem Aufschwung

Die Schweiz werde von der kräftigen Entwicklung in Deutschland profitieren, sagte Frangoulidis: "Wir erwarten für 2014 ein Wachstum der deutschen Konjunktur um 2,5 Prozent." Schub dürfte die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns von 8,50 Euro durch die neue grosse Regierungskoalition aus CDU und SPD verleihen.

Dieser werde zu einer Einkommenserhöhung von etwas weniger als 3 Prozent führen, während auch die Tariflöhne steigen dürften. Das werde den Konsum ankurbeln. "Von der zusätzlichen Nachfrage werden sowohl in- als auch ausländische Anbieter profitieren", stellt die ZKB fest.

Neue Schuldenstundung für Athen

Auch die Krisenstaaten am Rande Europas hätten grosse Fortschritte gemacht. "Sie haben einen guten Teil des Anpassungsprozesses bereits hinter sich", sagte Frangoulidis. Griechenland habe 2009 noch ein Defizit im primären Haushalt (ohne Schuldzinszahlungen) von rund 11 Prozent des BIP gehabt, was ein Loch von 25 Mrd. Euro gewesen sei.

"Heute zeichnet sich ein Überschuss ab", sagte der ZKB-Chefökonom, der selber Grieche ist. Eine solche Anpassung von 11 Prozent des BIP innert vier Jahren sei enorm. Das habe es in keinem Industrieland gegeben. Mittlerweile könne der griechische Staat weitgehend seine Ausgaben durch seine Einnahmen decken.

Dennoch heisse die Verbesserung beim Haushalt nicht, dass die Schuldenlage besser geworden sei. Die Schulden seien weiterhin hoch und müssten bedient werden. Das könne Griechenland auf die Dauer nicht stemmen.

"Wir erwarten, dass es im Sommer ein neues Abkommen zwischen Griechenland und den Kapitalgebern der öffentlichen Hand geben wird, um die griechischen Schulden weiter in die Zukunft zu verschieben und die Zinsen weiter zu reduzieren", sagte Frangoulidis. Die Laufzeit der Staatsanleihen könnte um einige Jahre gedehnt werden. Und es könne durchaus sein, dass Griechenland über eine gewisse Zeit keine Zinsen für die Schulden zahlen werde.

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