Die Zuckerpreise am Weltmarkt sind auf den niedrigsten Stand der letzten drei Jahre abgesackt. Es ist dies eine Folge der Nachricht, dass sich in Brasilien eine Rekordernte einstellen wird und man mit den Erntearbeiten gut vorankomme.

Die Zuckerernte in Brasilien ist derzeit voll im Gang. Die Zuckerproduktion in der Schlüsselregion im südlichen Zentralland dürfte die Erzeugung des Vorjahres erheblich übertreffen, teilte der Verband der Zuckerrohrfarmer Brasiliens am Montag mit.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Angesichts des derzeit geringen Kaufinteresses und der zu erwartenden für den Export freigegebenen Menge ist es nach Ansicht der Händler weiter nicht verwunderlich, wenn der Zuckerpreis von gegenwärtig um die 17 US-Cents pro Pfund auf bis zu 11 Cents sinken wird.

Treibstoffherstellung derzeit nicht attraktiv

Der Zuckergehalt in den einzelnen Pflanzen soll in diesem Jahr zudem deutlich über dem Durchschnitt liegen. Da auch die Ethanolpreise zurückgehen, stellt es für die Zuckerproduktion aber keine grosse Attraktion dar, den Zucker statt für die Herstellung zu Süssstoff für die Verarbeitung zu Treibstoff zur Verfügung zu stellen.

Bis Ende April produzierte Brasilien, der weltweit grösste Zuckerlieferant, 1,69 Mio Tonnen gegenüber lediglich 545'200 Tonnen im gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Im letzten Jahr hatte Brasilien rund 40 Prozent der Ernte für die Herstellung von Ethanol verwendet, gegenüber 38,5 Prozent bisher in diesem Jahr.

Gute Zuckerernte auch in Thailand

Neben Brasilien rechnet auch Thailand mit einer guten Ernte, die den Rekord des Vorjahres von 10,2 Mio Tonnen nahezu erreichen wird. Noch vor wenigen Wochen verlautete aus Thailand, dass die Erzeugung kaum 9 Millionen Tonnen ausmachen wird.

Die Internationale Zucker Organisation (ISO) in London schätzt, dass die globale Überproduktion am Ende der Saison 2013/14 rund 10 Millionen Tonnen betragen wird. Die weltweite Zuckererzeugung 2013/14 dürfte gegenüber dem Vorjahr gemäss Berechnung der amerikanischen Wetterstation MDA von 168,45 auf 174,41 Millionen Tonnen ansteigen.

(tke/jev/sda)