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Zustrom von Grenzgängern wächst erneut

Grenzgänger aus Italien: Die Tessiner hatten sich zuletzt über Lohndumping beschwert. Keystone

Immer mehr Menschen pendeln aus dem grenznahen Ausland in die Schweiz. Im dritten Quartal nahm die Zahl der Arbeitspendler um 3,5 Prozent zu. Deutlich mehr Grenzgänger kommen vor allem aus einem Land.

Veröffentlicht am 03.11.2016

Entgegen dem Trend bei der Einwanderung wächst der Zustrom von Grenzgängern weiter. Mit 314'000 Personen hat ihre Zahl Ende September einen neuen Höchststand erreicht. Einzig im Tessin lässt der Andrang etwas nach.

Gegenüber der entsprechenden Periode des Vorjahres nahm die Zahl der Arbeitspendler aus dem Ausland im 3. Quartal 2016 um 3,5 Prozent zu. Das entspricht rund 10'500 Personen, wie Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS) vom Donnerstag zeigen.

Kräftige Zunahme im Genferseeraum

Im 3. Quartal 2015 hatte das Plus noch 3,9 Prozent betragen, im ersten und zweiten Quartal des laufenden Jahres 3,7 respektive 3,3 Prozent. Zum Vergleich: Die Zahl der in die Schweiz eingewanderten Erwerbstätigen aus dem EU/EFTA-Raum ging seit September 2015 um fast 8 Prozent zurück.

Besonders attraktiv für Grenzgänger ist nach wie vor der Genferseeraum. Ende September 2016 waren dort fast 117'000 Tagesaufenthalter beschäftigt, 6,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In der Nordwestschweiz, mit 72'600 Personen der zweitwichtigsten Grenzgängerregion, war der Anstieg mit 2,7 Prozent nicht halb so gross.

Leichte Entspannung im Tessin

Mit Ausnahme des Tessins nahm die Zahl der Berufspendler aus dem Ausland auch in allen anderen Grossregionen zu, am kräftigsten in der Zentralschweiz (11,2 Prozent) und in Zürich (5,8 Prozent). Diese Gebiete fallen allerdings zahlenmässig kaum ins Gewicht.

Im Südkanton reisten im 3. Quartal bereits zum fünften Mal in Folge weniger «Frontalieri» an. Nach einem Rückgang von 1,0 Prozent im Vorquartal betrug das Minus per Ende September noch 0,6 Prozent. Mit über 62'200 Personen machen dort die Grenzgänger aber nach wie vor mehr als ein Viertel aller Erwerbstätigen aus.

Am meisten Grenzgänger aus Frankreich

In der Tessiner Bevölkerung werden deswegen immer wieder Klagen über Lohndumping und Verkehrsprobleme laut. Erst Ende September machte das Stimmvolk dort seinem Ärger an der Urne Luft, indem es deutlich Ja sagte zu einer Initiative für einen kantonalen Inländervorrang.

Nach Herkunftsländern betrachtet, legten im 3. Quartal die Tagesaufenthalter aus Frankreich mit 5 Prozent am stärksten zu. Mit 173'000 Personen stellt das Land mehr die Hälfte aller Grenzgänger in der Schweiz. Je etwa ein Fünftel kommt aus Italien (+ 0 Prozent) und aus Deutschland (+3,2 Prozent).

(sda/cfr/me)

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