Die Schweizerische Nationalbank könnte erneut zu Frankenverkäufen gezwungen werden, sollten die quantitativen Massnahmen (Quantitative Easing) im Euroraum ausgeweitet werden. Darauf deutet eine monatliche Umfrage von Bloomberg unter Ökonomen hin.

63 Prozent der Ökonomen rechnen danach mit Interventionen, um einer Aufwertung des Franken zu begegnen. 42 Prozent erwarten eine weitere Senkung des Einlagensatzes. Schon im Januar hatte die Notenbank den Satz verringert, um die Folgen der quantitativen Massnahmen abzumildern.

Bereits 541,5 Milliarden an Fremdwährungen

«Die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB ihr Kaufprogramm ausweitet, um niedrige Inflation und schwaches Wachstum zu bekämpfen, hat zugenommen», sagte Maxime Botteron, Ökonom bei der Credit Suisse in Zürich. «Wir gehen davon aus, dass die SNB weiterhin intervenieren wird.»

Bereits bei ihrer Sitzung am Donnerstag könnte die EZB aktiv werden. 80 Prozent der Teilnehmer an einer weiteren Bloomberg-Umfrage rechnen mit einem derartigen Schritt. Vertreter der Notenbank haben zwar Bereitschaft zum Handeln signalisiert - aber zugleich betont, dass es noch zu früh für Entscheidungen sei.

Die SNB hat bereits 541,5 Milliarden Franken an Fremdwährungen angehäuft, um den Höhenflug des Franken zu begrenzen. Notenbankpräsident Thomas Jordan hatte in einem Interview mit Bloomberg den Einlagensatz als derzeit angemessen bezeichnet, eine weitere Senkung aber nicht ausgeschlossen.

Ökonomen gehen von minus 1,25 Prozent aus, wie Schätzungen vom 9. bis 15. Oktober andeuten. Thomas Gitzel, leitender Volkswirt der Liechtensteiner VP Bank hält sogar minus zwei Prozent für möglich.

(bloomberg/chb)