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Technologie
China-Boom: Xiaomis Mi4 will das bessere iPhone sein

Xiaomi Mi4 und das Firmenmaskottchen Mi Bunny: Angriff auf Apple.   Xiaomi

Mit dem neuen Highend-Smartphone Xiaomi Mi4 schwingt sich der chinesische Hersteller zum direkten Konkurrenten von Apple auf. Der internationale Durchbruch ist nur noch eine Frage der Zeit.

Von Gabriel Knupfer
am 23.07.2014

Bescheidenheit ist nicht Lei Juns Tugend.  «Unser Produkt ist besser als das iPhone», prahlte der Xiaomi-Chef  bei der Präsentation der neuen Produkte am Dienstag. «Sogar unser Weiss ist weisser!» Mit dem Xiaomi Mi4 will der drittgrösste chinesische Smartphonehersteller endgültig in die höchste Liga der Technologieriesen vorstossen – und der Konkurrenz von Apple, Samsung und Co. auch international das Fürchten lehren.

Das neue Xiaomi kann sich sehen lassen. Mit seinem Fünf-Zoll-HD-Display und dem hochwertigen Stahlrahmen gleicht das Gerät äusserlich seinem Vorbild  iPhone. Und auch die Hardware ist auf neustem Stand. Das Mi4 enthält einen Quadcore-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 2,5 GHz und drei Gigabyte Arbeitsspeicher.

Unschlagbarer Preis

Der grosse Pluspunkt von Xiaomi ist allerdings der Preis. Die 16-Gigabyte-Version soll in China 1999 Yuan (umgerechnet 291 Franken) kosten. Mit 64-Gigabyte gibt es das Mi4 für 2499 Yuan (364 Franken). Das Xiaomi Mi4 kostet damit nur halb so viel wie das iPhone 5S und liegt so viel eher in Reichweite des handyhungrigen chinesischen Mittelstands.

Die Billigpolitik hat Xiaomi im chinesischen Markt bereits weit gebracht. Die Firma wurde erst 2010 gegründet und war mit 18 Millionen verkauften Handys im letzten Jahr bereits die Nummer drei im Land. Und dies ist erst der Anfang: 2014 will man laut der Nachrichtenagentur Bloomberg bereits 60 Millionen Stück verkaufen und im nächsten Jahr gar 100 Millionen.

Apple den Rang abgelaufen

Durch das Xiaomi Mi4 droht Apple in grössten Handymarkt der Welt endgültig den Anschluss zu verlieren. Das iPhone ist für die meisten Chinesen schlicht nicht bezahlbar. Und dank innovativen Strategien läuft Xiaomi den Amerikanern auch punkto Coolness langsam den Rang ab. So bringt das Unternehmen beispielsweise immer nur ganz geringe Stückzahlen auf den Markt, die dann innert kürzester Zeit ausverkauft sind.

Auch das Geschäftsmodell trägt viel zum Erfolg bei. Die Firma verkauft ihre Handys hauptsächlich im Internet und macht nur sehr wenig Werbung. Das so gesparte Geld wird für technische Innovationen und niedrige Preise eingesetzt.

Grosse Ziele

Wie sein grosses Vorbild Steve Jobs ist auch Xiaomi-Gründer Lei Jun ein Mann der grossen Visionen. «Wir werden den Markt über den Preis umkrempeln», verkündete er bereits vor zwei Jahren in einem Gespräch mit dem «Spiegel». Vor diesem Hintergrund ist es nur logisch, dass der Konzern die internationale Expansion mit Vehemenz vorantreibt.

Die Ausweitung in neue Märkte leitet der ehemalige Google-Manager Hugo Barra. Unter seiner Führung will Xiaomi in diesem Jahr unter anderem in Indien, Brasilien, Russland und der Türkei einsteigen. In der Schweiz kann man sich das Vorgängermodell Xiaomi Mi3 übrigens aktuell nur online bestellen. Es kostet 349 Franken ohne Abo.

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