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Die Bitcoin-Welt wird von Frauen erobert

(Bild: Screenshot von thebitcoinwife.com)

Immer mehr Frauen in den USA wollen teilhaben an der von Männern dominierten Welt des digitalen Geldes.

Von Kim Bode (Bold Economy)
am 04.04.2014

Dafür wählen sie allerdings einen recht unemanzipierten Ansatz: In Blogs wie The Bitcoin Wife oder TheBitMom tauschen sie sich aus, was es Neues aus der Welt der digitalen Währung gibt.

Nichts da, Drogen und Waffen! Von wegen Bitcoin ist vor allem die Währung für illegale Geschäfte im Internet, meint die US-Bloggerin Pua Pyland. «Bitcoins auszugeben ist so einfach. Man kann einige berauschende Dinge damit kaufen - und ich rede hier nicht über Silk Road», sagt die Gründerin von The Bitcoin Wife mit Bezug auf den längst geschlossenen Online-Schwarzmarkt, auch «Drogen-Amazon» genannt. Bitcoins seien vielseitig einsetzbar, vor allem auch für Frauen, proklamiert die 33-Jährige aus Utah. "Dies sind aufregende Zeiten, und nicht nur die Jungs sollten Spass daran haben."

Pyland ist eine aus einer wachsenden Gruppe von Amerikanerinnen, die in ihren Lifestyle-Blogs für Frauen einen Schwerpunkt auf Bitcoin legen. Denn obwohl der Hype um die digitale Währung nicht abreisst und sie immer weiter in den Mainstream vordringt, besteht die Bitcoin-Community bis jetzt fast ausschliesslich aus Männern. Offizielle Zahlen gibt es zwar nicht, wie so häufig in dieser jungen Branche. Aber bei einer laufenden Online-Umfrage des Bitcoin-Forschers Lui Smyth vom University College London haben lediglich sechs Prozent der Befragten angegeben Frauen zu sein. Die Erhebung aus dem vergangenen Jahr mit insgesamt mehr als 1000 Antworten kam zu einem ähnlichen Ergebnis.

Abnehmen mit Bitcoins

The Bitcoin Wife soll das ändern, hofft zumindest Pyland. Sie schreibt über Fashion, Beauty und Food: Backrezepte für Bitcoin-Cookies gehören ebenso dazu wie ein zwölfwöchiger Abnehmwettbewerb. Den Blog betreibt sie als Vollzeit-Hobby, nachdem sie und ihr Mann ihre IT-Jobs im April 2012 aufgaben und seitdem quasi hauptberuflich Bitcoins fördern (mithilfe superschneller Computer, die - etwas vereinfacht ausgedrückt - komplexe mathematische Probleme lösen und damit neue Bitcoins freisetzen). Ihr Blog zähle pro Tag zwischen 500 und 1000 Besucher, sagt Pyland.

Catherine Bleish, Gründerin von TheBitMom, will mit ihrem Portal vor allem Nachhilfe geben. «Ich bin eine Mutter, die wirklich begeistert ist von Alternativ-Währungen und die das US-Notenbanksystem allgemein nicht mag. Aber ich hatte ziemliche Schwierigkeiten, mein erstes Bitcoin-Wallet anzulegen, weil ich ständig abgelenkt wurde. Ich habe halt Kinder», sagte die Hardcore-Libertäre dem National Journal. Mit ihrem Blog will sie anderen Frauen, denen es ähnlich geht, helfen. Dazu gibt es etwa auch noch Tipps dazu, wie man sein Leben organisiert, wenn man die Kinder zu Hause unterrichtet.

Antifeminismus-Vorwürfe

Kaum zu glauben (Vorsicht, Ironie!), aber beide Frauen haben bereits einiges an Kritik einstecken müssen. Pyland habe einige ablehnende Emails von anderen Frauen - offensichtlich nicht aus ihrer Zielgruppe - bekommen. Hauptkritikpunkte: der Spitzname  'Bitcoin Wife' und dass «ich mich mehr auf stereotypische Aspekte wie Shopping und mütterliche Dinge konzentriere... Dass dies Frauen erniedrige und nicht ernstzunehmen sei. Und dass es antifeministisch sei.» Nunja.

 

Dieser Artikel erschien zuerst auf Bold Economy – das umfassende Nachrichtenportal zur digitalen Revolution.

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