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Kolumne
Digitales Leben: Gehirntraining mit der App

Ansicht von Peak: Die App verspricht mehr Intelligenz. Screenshot

Wer sich mit dem Smartphone geistig fithalten will, kann Apps zum Gehirntraining nutzen. Doch wird man damit wirklich klüger?

Von Tim Höfinghoff
am 13.08.2015

Meine Kollegin hat mir eine App empfohlen: Peak heisst das Programm. Es soll das Gehirn trainieren. «Ich fühle mich klüger, seit ich die App nutze», sagt meine Kollegin. Das ist natürlich Ansporn genug für mich, Peak auch zu testen.

Die App preist Spiele «mit wissenschaftlichem Hintergrund» an, die meinen «Geist trainieren und fit halten» sollen. Bevor es losgeht, muss ich Lernziele definieren. Ich klicke auf Themen wie «Länger auf wichtige Aufgaben konzentrieren» und «Unter Druck bessere Entscheidungen treffen». «Besserer Orientierungssinn» lasse ich weg. Da habe ich kein Defizit. Glaube ich.

Unter Zeitdruck Zahlen sortieren

Wie Peak funktioniert? Ich muss Zahlen aufsteigend sortieren. Oder Symbole anordnen. In einem anderen Spiel muss ich aus einer wirren Ansammlung von Buchstaben Wörter bilden. Alles unter Zeitdruck.

Peak verspricht, ich würde mich bald besser konzentrieren und sogar flüssiger Gespräche führen können. Naja. So weit ist es noch lange nicht. Nach der ersten Runde fühlte ich mich tatsächlich etwas klüger.

App präsentiert Gehirnkarte

Dann hat Peak mir meine persönliche «Gehirnkarte» präsentiert. Sie zeigt, wie ich im Vergleich mit anderen Nutzern der App abschneide. Meine Altersgruppe ist laut Peak-Gehirnkarte doppelt so klug wie ich. Die App fragt, ob ich meine Gehirnkarte nun auf Facebook teilen will. Das werde ich sicher nicht tun.

Tim Höfinghoff ist Textchef der «Handelszeitung». Hier schreibt er regelmässig über das digitale Leben.

 

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