Zum Thema Arbeitsplatz lese ich in jüngster Zeit nur bedrohliche Nachrichten: Die Digitalisierung werde unsere Arbeitswelt umpflügen. Immer mehr Jobs seien bedroht, nicht nur die Arbeit in den Fabriken werde bald von seelenlosen Robotern erledigt – effizient, sicher und preiswert.

Auch die klassischen Bürojobs, alles, was bisher die Kopfarbeiter leisteten, werde ziemlich bald von intelligenten Maschinen übernommen. Das heisst, sogar gut ausgebildete Buchhalter, Anwälte und Ärzte müssen damit rechnen, dass ihre Jobs vom Computer wegrationalisiert werden.

Der Angriff der Maschinen auf meinen Bürostuhl

Rund die Hälfte aller Tätigkeiten sei automatisierbar, lerne ich. Das Monster, das Arbeitnehmer fürchten, hat einen prägnanten Namen: «Arbeiten 4.0». Davon lasse ich mich aber nicht schrecken. Ich bin fest entschlossen, den Angriff der Maschinen auf meinen Bürostuhl abzuwehren - auch wenn ihre Algorithmen immer ausgefeilter werden.

Als Erstes belege ich einen Kurs in Software-Programmieren. Wenn ich damit fertig bin, mache ich noch einen Kurs, am besten in «künstlicher Intelligenz».

Das sollte als erste Abwehrmassnahme reichen. Hoffe ich, sonst bin ich tatsächlich schnell weg vom Fenster.

Tim Höfinghoff ist Mitglied der Chefredaktion der «Handelszeitung». Hier schreibt er regelmässig über das digitale Leben.