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Kolumne
Digitales Leben: Stress mit dem Facebook-Messenger

Facebook-Messenger: Überfluss der Symbole. flickr/CC/Microsiervos Geek Crew

Der Facebook Messenger ist ein wunderbares Werkzeug zur digitalen Kommunikation. Wenn er nur nicht immer diese seltsamen Symbole präsentieren würde.

Von Tim Höfinghoff
am 18.06.2015

Nein, ich nutze Whatsapp nicht. Ja, ich weiss, dass so ziemlich alle Menschen Whatsapp nutzen. Genau genommen sollen es 800 Millionen Nutzer sein. Obwohl ich nicht dabei bin, fühle ich mich nicht untrendy, denn ich nutze den Facebook-Messenger. Der soll immerhin 700 Millionen Nutzer haben. Und Whatsapp gehört Facebook. So falsch kann ich also nicht liegen.

Der Facebook-Messenger ist ein hübsches Werkzeug zur digitalen Kommunikation. Was mich allerdings irritiert, sind die vielen Symbole, die es beim Schreiben und Empfangen gibt.

Nachricht gelesen

Da taucht erst ein blauer Kreis auf. Dann ein blauer Kreis mit einem Häkchen. Ebenso kommt ein ausgefüllter blauer Kreis daher. Obendrein gibt es ein kleines rundes Foto mit einem Gesicht.

Ich habe mich schlau gemacht: Der blaue Kreis zeigt, dass meine Nachricht gesendet wird. Der Kreis mit dem Häkchen sagt, dass die Nachricht gesendet wurde. Der ausgefüllte Kreis heisst: Nachricht zugestellt. Und wenn der Empfänger die Nachricht gelesen hat, sehe ich eine Miniansicht seines Profilbildes.

Schnelle Antwort nötig

Ehrlich gesagt: So viel Transparenz stresst mich! Wenn ich eine Nachricht erhalten habe, weiss der Absender sofort, ob ich sie auch gelesen habe. Wenn ich nicht superschnell antworte, erzeugt das bei mir nur Druck, endlich zurückzuschreiben.

Vielleicht erfindet Facebook noch ein weiteres Symbol: Wie wäre es mit einer Grübel-Optik? Nach dem Motto: Schreiber überlegt noch!

Tim Höfinghoff ist Textchef der «Handelszeitung».  Hier schreibt er regelmässig über das digitale Leben.

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