Als ich kürzlich etwas googeln wollte, ploppte plötzlich ein Hinweis auf, ich solle mir «kurz Zeit nehmen und die Datenschutzerklärung von Google» durchlesen. Die Zustimmung sei nötig, sonst könne ich nicht mehr auf Google-Dienste zugreifen.

Ja, ja, der Datenschutz - da war doch was. Das Thema blenden wir Internetnutzer gerne aus. Vor allem, wenn es um Google geht. Dabei funktioniert doch der Deal im Netz so: Wir, die Nutzer, geben unsere Daten her und Firmen wie Google, Facebook und Co. machen uns mit ihren Diensten glücklich. Und eben auch abhängig.

Google-Konkurrenten wollen ganz diskret sein

Ich gestehe: Bis mich Google kürzlich zur Erklärung zwang, hatte ich längst verdrängt, dass es auch viele Alternativen zum Google-Suchmaschinenmonopol gibt: Bing etwa, oder DuckDuckGo oder Startpage. Manche dieser Anbieter versprechen, keine Daten zu sammeln und ganz diskret zu sein.

Vielleicht ist es jetzt mal wieder an der Zeit, meine Macht als Konsument zu nutzen - und was anderes als ständig Google zu nutzen. Schaden kann das nicht. Vielfalt ist immer gut. Das Problem ist nur, dass ich mir abgewöhnen muss, automatisch «Google» in den Browser zu tippen, so sehr habe ich mich schon daran gewöhnt.

Tim Höfinghoff ist Textchef der «Handelszeitung». Hier schreibt er regelmässig über das digitale Leben.

 

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