Fotos und Videos zu machen liebe ich. Mittlerweile stapeln sich die externen Festplatten auf meinem Schreibtisch – voll mit Bildern und Filmchen. Ständig kaufe ich eine neue Festplatte. Der Vorteil ist, dass die Dinger etwa gleich viel kosten, der Speicherplatz sich aber ständig verdoppelt.

Keine Ahnung, was ein oder zwei Terabyte Speicherplatz in Bildern und Videos bedeuten, ich fülle sie schnell. Warum ich alles extern speichere? Ich habe Angst vor der Cloud. Wer weiss schon, wer alles Zugang haben könnte? Ich bin zwar kein Promi, mache auch keine Nacktfotos, aber wenn ein Hacker in meine Bilder-Cloud eindringt? Oder den Cloud-Anbietern einfällt, meine Bilder für Werbung zu nutzen? Ich weiss, das klingt altmodisch. Doch übertrieben ist meine Sorge nicht.

Suche nach Schlagworten

Nun hat Google seinen neuen Fotodienst Google Photos gestartet. Der Clou dabei ist, dass ich Bilder ganz einfach sortieren und durchsuchen kann. Die Google-Software erkennt das Aufnahmedatum, ebenso Personen, Orte und Gegenstände. Ich tippe ein Suchwort ein, und Google zeigt mir meine Bilder zu dem Begriff.

Das ist neu, zumal ich den Bildern zuvor keine Schlagworte verpassen muss. Wenn ich nach «Hund» suche, will Google nur meine Bilder finden, die einen Hund zeigen. Gebe ich «Pizza» ein, sollen es eben nur solche Bilder sein. Das hat seinen Reiz – trotz allen Vorbehalten bezüglich Datenschutz. Ich fürchte, ich werde schwach in Sachen Foto-Cloud.

Tim Höfinghoff ist Textchef der «Handelszeitung».  Hier schreibt er regelmässig über das digitale Leben.