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Kolumne
Digitales Leben: Wenn sich das Smartphone emanzipiert

Homescreen des iPhone 6s: Dumm, wenn es keine Lust auf Berührung hat. Keystone

Der Touchscreen ist eine geniale Erfindung. Beim Smartphone geht nichts mehr ohne Wischen und Tippen - dumm nur, wenn das Telefon plötzlich keine Lust mehr auf Berührung hat.

Von Tim Höfinghoff
am 08.10.2015

Der Touchscreen ist eine geniale Erfindung. Doch die Technik hat auch ihre Schattenseiten, wie ich erfahren musste. Kürzlich hat sich mein Telefon emanzipiert, führte sozusagen ein Eigenleben.

Erst dachte ich, meine Finger hätten zu schnell über den Bildschirm gewischt und das Gerät hätte den Wunsch zu «entsperren», nicht erkannt. Doch auch beim elften Wischen tat sich nichts. Selbst das Drücken aller Geräteknöpfe, sei es einzeln, gleichzeitig oder wiederholt panisch hintereinander, half nicht. Der Bildschirm hatte keine Lust mehr auf Berührung.

Beide Knöpfe drücken

Ich konnte mein Telefon noch anrufen, sah den Anruf auf dem Display. Doch abheben? Keine Chance. Ebenso klingelte alle paar Minuten der Wecker, den ich seit 6.30 Uhr nicht mehr abschalten konnte. Das passierte auch während der Zugfahrt zur Arbeit.

Bei Menschen, die ich um Hilfe bat, traf ich auf wenig Unterstützung: Wasch dein Display, hiess es. Oder: Wasch deine Finger. Nur einer hatte die Lösung: Beide Geräteknöpfe drücken! Das hatte ich zwar schon probiert, aber offenbar nicht lang genug. Drückt man sie gaaaaaaaanz lange, erzwingt das den Neustart und der Touchscreen reagiert wieder. Endlich.

Tim Höfinghoff ist Textchef der «Handelszeitung». Hier schreibt er regelmässig über das digitale Leben.

 

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