Seit etwas mehr als einer Woche gibt es sie nun, die hübschen kleinen Herzchen bei Twitter. Der Kurznachrichtendienst hat die Neuerung eingeführt, weil das kriselnde Unternehmen sein Angebot «noch einfacher und besser machen» will. In Zeiten, in denen die Twitter-Aktie seit Börsenstart rund 35 Prozent verloren hat und die Firma Mitarbeiter entlassen muss, kann jede Neuerung wohl nur recht sein.

Die Herzen gibt es, damit die Nutzer Nachrichten favorisieren können. Bisher gab es dafür ein Sternsymbol. Doch die Twitter-Community habe die Sterne angeblich nicht verstanden. Jedenfalls schreibt Twitter, dass die Sterne «verwirrend» gewesen seien. Na ja. Ich weiss nicht, wie das Sternsymbol für Verwirrung gesorgt haben soll, aber egal. Nun muss ich also ein Herz drücken, um zu sagen «Gefällt mir».

Facebook hat schon lange eine «Like»-Funktion

Für viele Nutzer, die Twitter primär als Informationskanal vor allem beruflich nutzen, ist das Herz natürlich albern. Kein Wunder, dass sich bei Twitter längst eine Debatte zum #herzchengate entwickelt hat. Manche motzen, Twitter werde nun zum Poesiealbum. Andere regen sich auf, Twitter kopiere Facebook, das schon lange eine «Like»-Funktion hat. Wer das Twitter-Herz drückt, sieht, wie es kleine rote Funken wirft. Wie süss.

Vielleicht sorgt es ja tatsächlich dafür, dass Twitter wieder auf die Beine kommt und beim Wachstum zulegt. Immerhin reden wir jetzt alle über die dämlichen Herzchen.

Was halten Sie von der Idee, bei Twitter Herzen zu vergeben? Diskutieren Sie mit mir auf Twitter unter @TimHoefinghoff

Tim Höfinghoff ist Mitglied der Chefredaktion der «Handelszeitung». Hier schreibt er regelmässig über das digitale Leben.

 

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