Es sind die frühen Achtziger Jahre. IBM ist der grösste Computerkonzern der Welt, es gibt kein Aktienportfolio, das die Papiere nicht im Programm hat. Wir befinden uns mitten im PC-Boom, und alle in der Branche wollen Teil davon sein. Ein Ex-IBM-Mitarbeiter baut das Flaggschiff des Konzerns nach - und will damit selbst den Durchbruch schaffen. «Wir befinden uns in einer Branche, die darauf baut, einander die Ideen zu klauen», lautet das Credo und der erste Satz des Trailers der Show «Halt and Catch Fire».

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Den gibt es, wie die gesamte erste Folge, schon jetzt. Allerdings nicht im Fernsehen, sondern auf dem Bilder-Netzwerk Tumblr. Als erster Sender nutzt AMC die Plattform, um seine Show in der Zielgruppe bekanntzumachen. Der offizielle TV-Start ist für den 1. Juni geplant, wer nicht warten will (oder wie die Mehrheit der Tumblr-Generation gar keinen Fernseher hat), kann den Piloten bis zum 31. Mai gratis anschauen. Es ist das erste Mal, dass der Sender eine Serie auf Social Media ausstrahlt. Auch für Tumblr ist das eine Premiere.

Ein etwas dunkleres «Mad Men»

Wie erfolgreich das Modell ist, wird sich zeigen, aber die ungewöhnliche Platzierung hat der Show, die mit ihrer Optik an eine dunklere Variante des AMC-Erfolgs "Mad Men" erinnert, schon im Vorfeld jede Menge Aufmerksamkeit eingebracht. Die kann sie gebrauchen, denn es gibt Konkurrenz: HBO startete vor wenigen Wochen mit Silicon Valley eine Parodie auf die Technik-Welt von heute.

Das Tumblr-Experiment zeigt, dass die Sender verzweifelt darum bemüht sind, junge Zuschauer zurückzugewinnen, die reihenweise ihre teuren Fernsehabos abbestellen und Sendungen vor allem auf Streamingdiensten wie Netflix gucken - oder illegal aus dem Netz laden. Ganz will AMC die Hoheit aber nicht verlieren: Die erste Folge kann man parallel zu Tumblr auch auf der Webseite von AMC selbst und per Video-on-Demand gucken - sofern man in den USA sitzen. Dank Geoblocking ist die Seite etwa aus Deutschland nicht erreichbar. Ob und wann die Serie hierzulande startet, ist bislang nicht klar.

 

Dieser Artikel erschien zuerst auf Bold Economy – das umfassende Nachrichtenportal zur digitalen Revolution.