US-Streamingdienst Netflix hat im Herbst seine Video-Flatrate in der Schweiz gestartet. Die Erwartungen waren hoch. Filme und Serien unabhängig vom Fernsehprogramm zu schauen, für einen Abo-Preis, das sollte Konsumenten anlocken. Die Branche war alarmiert. Swisscom und Cablecom reagierten auf den neuen Konkurrenten mit ihren eigenen Angeboten, denn der Wachstumsmarkt soll nicht einfach Netflix überlassen werden.

Die Angst war verständlich: In den USA schaut bereits jeder Dritte per Neftlix fern. Weltweit hat das amerikanische Unternehmen mittlerweile 60 Millionen Kunden.

Zögerliche Abonnenten

Doch der Start in der Schweiz fällt für Netzflix schwach aus, wie eine repräsentative Umfrage vom Vergleichsportal Comparis zeigt. Nur drei Prozent der Befragten besitzen ein Netflix-Abonnement. In der werberelevanten Zielgruppe zwischen 15 und 49 Jahren erfreut sich die Dienstleistung mit einem Anteil von 4 Prozent einer etwas grösseren Beliebtheit. Von den 50- bis 74-Jährigen konnten sich nur knapp ein Prozent für ein Abonnement erwärmen.

Hohe Bekanntheit

Dabei ist der Streaminganbieter vielen Schweizern ein Begriff: Laut Umfrage wussten 45 Prozent der Befragten, was «Netflix»ist. Also kennt fast jeder zweite Schweizer das Angebot.  «Das ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass der Anbieter in der Schweiz erst seit wenigen Monaten aktiv ist», sagt Ralf Beyeler, Telecom-Experte von Comparis.

Einen Grund für die bisher geringe Verbreitung von Netflix in der Schweiz nannte die Studie nicht. Als Kritikpunkt wurde zum Start von Netflix oft das überschaubare Angebot genannt – viele Serien und Filme, die in den USA verfügbar sind, laufen hierzulande später oder gar nicht.

Netflix auf Kuba

Die Schweiz hat Netflix also noch nicht erobert, seine Strategie der Expansion setzt der Video-Dienst aber fort. Heute startet das Angebot auf Kuba, damit nutzt der US-Konzern die neue Annäherung mit dem Land. Ob die Nutzerzahlen dort aber schnell in die Höhe schnellen werden als hierzulande, darf bezweifelt werden.

Erstens kostet das Angebot dort 7,99 Dollar pro Monat. Das ist knapp die Hälfte der durchschnittlichen Monatslohns. Und zweitens hat nur jeder 20. Einwohner Kubas Zugang zum Internet.

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