Ob beim Warten am Bahnhof, während der Fahrt im Tram oder direkt nach dem Kinobesuch: Das Smartphone ist zügig zur Hand und der Blick auf das Display fixiert. Im Schnitt aktivieren wir rund 80 Mal täglich unser Handy – tagsüber durchschnittlich alle zwölf Minuten. Das zumindest fand schon im vergangenen Jahr eine Studie der Universität Bonn heraus.

Nun legen die deutschen Wissenschaftler nach. Sie vergleichen exzessive Smartphone-Nutzung mit dem Verhalten von Rauchern. Wer alle zehn Minuten sein Smartphone nutze, sei «eindeutig ein Opfer unbewusster Automatismen», zitiert «Der Spiegel» den Informatiker und Studienautor Alexander Markowetz.

«Charakterschwach, wenn man ständig auf Handy starrt»

Das deutsche Magazin zitiert die neue Studie der Forscher. Demnach stehe ein genetischer Marker, der mit Nikotinabhängigkeit assoziiert wird, auch mit Internetsucht in Zusammenhang. Die Untersuchung ergab demnach, dass die beiden «Suchtformen» nur selten «gekoppelt» vorkämen: Starke Raucher neigten demnach nicht zur übermässigen Nutzung von Handys – und notorische Smartphoner griffen nicht ständig zur Zigi.

Wie geht der Trend weiter? «In wenigen Jahren wird das Suchtverhalten mit den elektronischen Medien so sanktioniert sein wie das Rauchen», zitiert das Magazin den Hamburger Soziologen Matthias Horx. «Man wird dann als ungebildet und charakterschwach gelten, wenn man ständig auf sein Smartphone starrt.»

Negative Folgen für Partnerschaften

Auch sein Kollege Ulrich Reinhardt von der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen erwartet laut Bericht eine «abnehmende Nutzung» – unter anderem, weil sich die exzessive Beschäftigung mit dem Handy negativ auf Partnerschaften auswirke. Bis heute sind solche Zukunftsprognosen allerdings nicht viel mehr als fromme Wünsche.

(moh)

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