Es gibt diese Bekannten auf Facebook, die offenbar den ganzen Tag damit verbringen, nach Sachen zu suchen, die sie mit ihren Facebook-Freunden teilen können. Sie fluten die Timeline in verlässlicher Regelmässigkeit mit süssen Tiervideos, politischen Botschaften, Rezepten oder Trailern. Meist führt das dazu, dass ich sie nach kurzer Zeit von meiner Timeline verbanne.

Sicher ist man dann aber auch dann nicht. Überall im Netz lauert permanente Reizüberflutung. Links, Posts, Artikel, Videos buhlen um unsere Aufmerksamkeit und sorgen für virtuelle Erschöpfungszustände.

Das Netz auf das Wesentliche konzentrieren

Bei This hat das ein Ende. Die Webseite (die es auch als gleichnamige App gibt), die in dieser Woche den privaten Beta-Status offiziell verlassen hat, will das Netz auf das Wesentliche - das heisst wirklich Teilenswerte - konzentrieren und so die Geschwindigkeit ein bisschen herausnehmen. Jeder Nutzer darf hier pro Tag genau EINEN Link posten. Eben «This», nicht «this», «this», oh und vielleicht auch «that».

Im Zweifel lässt man da das Katzenvideo vielleicht lieber links liegen, um auf einen Artikel oder ein Video zu warten, das den Freunden und Followern etwas mehr Mehrwert bietet. Die Beiträge kommen von Followern aus dem eigenen Twitter- und Facebook-Universum und bekannten Kuratoren aus Journalismus und Wissenschaft.

Alberne Videos? Fehlanzeige

«Wir fühlten uns überfordert von der Masse und unterfordert von der Qualität der Online-Medien und Netzwerke», schreiben die Macher in ihrem Blog. «Wir fühlten uns abgelenkt und sehnten uns nach einem Ort, der das ehrgeizigste und facettenreichste und sonderbarste im Netz feiert.» Bei «This» gilt das Motto: Von allem, was ich heute gesehen habe, ist es das hier, das Eure Aufmerksamkeit verdient. 502 Buchstaben hat man, um das in einer Kurzbeschreibung zu begründen.

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Klar, was This bietet, ist nur ein kleines Guckloch in die Weiten des Netzes, eine stark zensierte Parallelwelt. Dennoch: Die Seite ist ein ruhiger, kuratierter Hafen, der einem die virtuelle Creme de la Creme zusammensucht, so dass man sich nicht selbst durchs Dickicht wühlen muss. Das wirkt auf den ersten Blick erstaunlich überfällig und extrem beruhigend. Für die Katzenvideos kann man dann ja jederzeit zurück zu Facebook.

This gibt es als Webseite und für iOS (bislang nur in den USA).

 

Dieser Artikel erschien zuerst auf Bold Economy – das umfassende Nachrichtenportal zur digitalen Revolution.