Am späten Morgen waren weite Teile der Zürcher Innenstadt ohne Strom. Zwischen Central und Zoo, Bellevue und Klusplatz sowie zwischen Bellevue und Rehalp setzten die Verkehrsbetriebe Zürich Busse ein. Denn Trams und Trolleybusse steckten fest, mehrere Linien wurden umgeleitet.

Nicht betroffen war das Netz der SBB, da diese über ein eigenes Stromnetz verfügt. Privathaushalte und Geschäftshäuser dagegen blieben dagegen ohne Strom - der Lokalsender Radio 1 konnte nicht mehr senden.

Nach rund drei Stunden konnte der Stromausfall behoben werden. Über die Ursache der Störung gibt es bisher lediglich Mutmassungen, wie Harry Graf, Sprecher des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Um 10.34 Uhr habe es einen kleinen Kurzschluss beim Unterwerk Katz gegeben. Die Kunden hätten diesen höchstens mit einem Flackern wahrgenommen, sagte Graf weiter.

Rund eine halbe Stunde später, um 11.06 Uhr kam es dann zu einem weiteren, grösseren Kurzschluss mit Rauchentwicklung im Unterwerk Sempersteig. Beide Unterwerke sind durch ein Kabel verbunden.

Laut Graf dauert es in der Regel ungefähr 60 bis 90 Minuten, bis 80 Prozent des betroffenen Gebietes wieder mit Strom versorgt werden können. In diesem Fall dürfte es allerdings länger dauern.

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Wegen der starken Rauchentwicklung mussten die EWZ-Spezialisten nämlich bis nach 12 Uhr warten, ehe sie ins Unterwerk Sempersteig gelangen konnten. Länger als zwei Stunden sollte es aber nicht dauern, wie Graf weiter sagte.

Rauschen, schwarze Seiten, Batteriebetrieb

Derweil twitterte die Redaktion von «Blick am Abend», dass heute keine Ausgabe erscheine: «Wir kommen wegen Blackout definitiv nicht raus. Sorry, liebe Leser», so die Redaktion der Ringier-Gratiszeitung kurz nach 12 Uhr. Vom Stromausfall ebenfalls betroffen ist der Lokalsender Radio 1 von Roger Schawinski. Wer die entsprechende UKW-Frequenz wählte, hörte lediglich ein Rauschen.

Ohne Strom war auch die Redaktion der «NZZ». Die Redaktion von «NZZ Online» arbeite «auf Notebooks im Batteriebetrieb», heisst es auf dem News-Portal.

(chb/tno/sda)