Das schlechtere Ergebnis der Grossbank Credit Suisse im vergangenen Jahr wirkt sich auch auf die Entlöhnung deren Chefs aus. Die Gesamtentschädigung für Konzernchef Brady Dougan belief sich auf 5,8 Millionen Franken. Im Vorjahr waren es 12,8 Millionen Franken gewesen.

Dougans Grundsalär beträgt dabei 2,5 Millionen Franken, variable Vergütungselemente 3,0 Mio. Franken und weitere Vergütungen 0,3 Millione Franken, wie es im am Freitag publizierten Geschäftsbericht 2011 der Credit Suisse heisst.

Höchstbezahltes Geschäftsleitungsmitglied ist der Chef der Sparte Anlageverwaltung (Asset Management), Robert S. Shafir. Er erhielt eine Gesamtentschädigung von 8,5 Millionen Franken. Davon werden 1,3 Millionen Franken als Basissalär ausbezahlt. Hinzu kommen 6,8 Millionen Franken als variable Vergütung wie etwa Aktienansprüche und andere Vergütungselemente von 0,4 Millionen Franken.

Insgesamt zahlt die CS ihren Geschäftsleitungsmitgliedern eine Vergütung von 70,2 Millionen Franken aus. Im Vorjahr war es mit 160,34 Millionen Franken noch deutlich mehr gewesen.

Der Verwaltungsratspräsident Urs Rohner wurde mit 4,3 Millionen Franken entschädigt. Im Vorjahr erhielt Rohner noch 6,0 Millionen Franken.

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Auch Weibel geht

Peter F. Weibel tritt an der Generalversammlung Ende April aus dem Verwaltungsrat der Credit Suisse zurück. Dies teilte die Grossbank ebenfalls mit. Zwei Tage davor hatte sie bekannt gegeben, dass die Harvard-Professorin Iris Bohnet und der einstige Direktor des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), Jean-Daniel Gerber, neu zur Wahl in das oberste Führungsgremium vorgeschlagen würden.

Mit Walter B. Kielholz, Andreas N. Koopmann, Richard E. Thornburgh, John Tiner und Urs Rohner stellen sich zudem für bisherige Verwaltungsratsmitglieder zur Wiederwahl. Weibel war seit 2004 Mitglied des CS-Verwaltungsrates und präsidierte von 2004 bis 2011 den Aufsichtsausschuss (Audit Committee).

870 Millionen Franken Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten

Die Grossbank Credit Suisse verfügt zum Jahresende 2011 über Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in der Gesamthöhe von 870 Millionen Franken, Ende 2010 waren es noch 861 Millionen gewesen.

Neu abgegrenzt wurden im vergangenen Jahr dabei 752 Millionen; darin enthalten sind auch die zu Lasten der Rechnung des dritten Quartals gebildeten Rückstellungen von 295 Millionen Franken im Zusammenhang mit dem Steuerstreit in den USA. Aufgrund von Vergleichen und sonstigen Barzahlungen reduzierten sich die Rückstellungen 2011 um 688 Millionen Franken.

Die kumulierten Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten der Gruppe enthalten laut dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht auch Schätzungen der Kosten, der Zusatzkosten oder der Kostenbandbreiten bei Verfahren, bei denen Kostenfolgen wahrscheinlich sind und sich realistisch abschätzen lassen.

Bei bestimmten hängigen Verfahren lasse sich aufgrund ihrer Komplexität, des neuartigen Charakters bestimmter Forderungen, der kurzen bisherigen Verfahrensdauer und der bis anhin begrenzten Befunde sowie gegebenenfalls weiterer Faktoren keine realistische Gesamtkostenbandbreite abschätzen, so der Geschäftsbericht weiter.

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Die Gruppe schätzt in diesem Zusammenhang ihre realistischen und nicht durch bestehende Rückstellungen gedeckten Gesamtkosten auf eine Bandbreite von 0 bis 2,3 Milliarden Franken. 2010 betrug diese Bandbreite noch 0 bis 1,5 Milliarden Franken. Inwiefern die Erhöhung der Bandbreite auch mit dem hängigen Steuerstreit mit den USA zu tun hat, lässt sich aus dem Geschäftsbericht nicht eruieren. Nach Aussagen eines CS-Sprechers gibt die ausgewiesene Bandbreite «keine Indikationen auf einzelne spezifische hängige Rechtsfälle».

(chb/vst/sda/awp)