Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ist laut einem Pressebericht zum Wechsel an die Spitze des Aufsichtsrats bereit. Ackermanns Festlegung, seinen Vertrag nicht zu verlängern und auch nicht in das Aufsichtsgremium zu wechseln, gelte nicht mehr, berichtet das «Handelsblatt» am Freitag vorab unter Berufung auf eine «zuverlässige Quelle». Ackermann sei bereit, sich in die Pflicht nehmen zu lassen. Dies hatte er im April noch abgelehnt.

Am Morgen war bekannt geworden, dass Ex-Bundesbankchef Axel Weber zur schweizerischen Grossbank UBS wechselt. Weber sei der Favorit Ackermanns für seine Nachfolge gewesen, die spätestens im Jahr 2013 ansteht. Nun wachse der Druck auf Aufsichtsratschef Clemens Börsig, sein Amt niederzulegen, hiess es. Sowohl grosse institutionelle Anleger als auch die Vorstände der Deutschen Bank drängten in diese Richtung.

Börsig sei der Aufgabe nicht gerecht geworden

Börsig sei in den vergangenen Jahren seiner Aufgabe nicht gerecht geworden, einen Nachfolger für Ackermann zu finden, sagte ein Fondsmanager einer grossen Anlagegesellschaft dem "Handelsblatt". Auch ein Vertrauter Ackermanns spreche von der zweiten grossen Pleite Börsigs, nachdem er bereits 2009 keinen geeigneten Nachfolger für Ackermann habe präsentieren können und sich selbst für den Chefsessel ins Gespräch gebracht hatte.

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Einen Plan B für einen weiteren externen Kandidaten gebe es derzeit nicht, zitiert die Zeitung Vorstandskreise. Vorstandsmitglieder der Bank und wichtige Grossaktionäre wünschten sich nun einen Wechsel Josef Ackermanns an die Spitze des Aufsichtsrats. Das würde Stabilität und Kontinuität innerhalb der Bank und darüber hinaus garantieren.

(laf/kgh/awp)