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Bestechung
Airbus-Chef wehrt sich gegen Korruptionsvorwürfe

Airbus-Chef wehrt sich gegen Korruptionsvorwürfe
Tom Enders: Warnte die Mitarbeiter vor «potenziell ernste Konsequenzen». Keystone

Airbus muss sich dem Vorwurf stellen, über Jahre hinweg Schmiergeld beim Verkauf von Flugzeugen gezahlt zu haben. 2016 zeigte sich das Unternehmen selbst an. Jetzt rechtfertigt sich Chef Tom Enders.

Airbus-Chef Tom Enders wehrt sich gegen den Vorwurf, sein Unternehmen habe über Jahre hinweg bestochen, um an Flugzeugaufträge zu kommen. «Bis zum Beweis des Gegenteils» gehe er davon, dass es definitiv keine schwarzen Kassen bei Airbus gebe, sagte Enders dem «Handelsblatt». Um klare Antworten zu bekommen, stelle das Unternehmen den eigenen Laden auf den Kopf. Das Unternehmen hatte sich im Jahr 2016 bei der britischen Antikorruptionsbehörde SFO selbst angezeigt.

Parallel durchleuchten auch französische und deutsche Behörden den Konzern. Dabei geht es um Schmiergeldzahlungen beim Verkauf von Kampfflugzeugen, aber auch von Verkehrsflugzeugen. Enders hatte Anfang Oktober in einem Brief an die Mitarbeiter gewarnt, die derzeit laufenden Ermittlungen hätten «potenziell ernste Konsequenzen - einschliesslich hoher Strafen für das Unternehmen».

«Niemand war naiv»

Enders sagte dem «Handelsblatt», die Leitung und Überwachung von Airbus funktioniere. «Sonst hätten wir nicht 2014 die Zahlungen gestoppt, mit viel Geld externe Untersuchungen begonnen, die Selbstanzeige gemacht. Niemand war naiv darüber, was das für Konsequenzen haben kann für das Unternehmen», so Enders.

Der Unternehmenschef bestätigte die Praxis, dass milliardenschwere Gegengeschäfte für erhaltene Aufträge vereinbart werden: «Ja, die gibt es immer noch im weltweiten Rüstungsgeschäft.» Die Unternehmen seien «sicher keine Freunde davon. Man kann sie aber auch nicht in Bausch und Bogen kriminalisieren, wie das gerne und vor allem neuerdings in Österreich getan wird».

(sda/cfr/moh)

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