Die Empörung um die Abgangsentschädigung von Daniel Vasella reisst nicht ab - im Gegenteil: Nun wollen die Aktionärsvereinigungen Ethos und Actares dem Novartis-Verwaltungsrat an der Generalversammlung vom kommenden Freitag die Décharge verweigern. Das berichtet die «Sonntagszeitung» in ihrer jüngsten Ausgabe. 

Demnach fordert Ethos-Chef Dominique Biedermann, dass Vasella und der Verwaltungsrat den Vertrag annullieren sollen. Unterstützung in dieser Sache erhalten die Aktionärsvereinigungen vom ehemaligen Economiesuisse-Chef Gerold Bührer. «Ich finde das ethisch verwerflich», sagte dieser im Interview mit der «NZZ am Sonntag» zum Vorgehen von Daniel Vasella. Deshalb müsse der Verwaltungsrat auf die Vereinbarung jetzt zurückkommen. 

Rechtliche Schritte prüfen

Damit aber nicht genug: Wie die «Sonntagszeitung» berichtet, solle laut dem früheren Tessiner Staatsanwalt und Minder-Untersützer Paolo Bernasconi die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt jetzt von Amtes wegen prüfen, ob Ermittlungen wegen ungetreuer Geschäftsführung gegen Vasella einzuleiten seien. 

Aktionärsschützer Hans-Jacob Heitz erwägt zudem laut der «Sonntagszeitung» eine Strafanzeige gegen Vasella und Novartis. Darüber hinaus steigt auch der Druck aus der Politik auf den Pharmakonzern. FDP-Parteipräsident Philipp Müller und SP-Chef Christian Levrat fordern gegenüber der «Sonntagszeitung» eine Untersuchung im Fall Vasella. Diese soll aufzeigen, wer für die Abgangsentschädigung verantwortlich sei. 

Im Interview mit «Handelszeitung Online» hatte bereits Bundesrätin Simonetta Sommaruga kein Verständnis zur Abgangsentschädigung von Daniel Vasella gezeigt. 

Initiative stösst auf Rückhalt in Bevölkerung

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Derweil zeigt sich, dass die «Abzocker-Initiative» im Volk nach wie vor grossen Rückhalt geniesst. Das zeigen mehrere Umfragen. So würden sich laut einer Erhebung von Isopublic, welche der «Sonntagsblick» in Auftrag gegeben hatte, derzeit 57 Prozent für die Volksinitiative aussprechen. Lediglich 37 Prozent wären dagegen und nur fünf Prozent wären unentschlossen.

Ausserdem zeigt die repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts laut dem «Sonntag», dass 58,8 Prozent die Initiative am Abstimmungstag unterstützen würden, während gerade einmal 16,2 Prozent ein Nein in die Urne legen würden. 

(muv)