Andy Rihs, der Gründer des Hörgeräteherstellers Sonova, bleibt länger im Verwaltungsrat des Unternehmens, als er eigentlich dürfte. Er macht von einer Ausnahmeregelung im Organisationsreglement Gebrauch und tritt erst nach Ablauf seiner Amtszeit 2015 ab.

Gemäss dem Reglement scheidet ein Verwaltungsrat mit Vollendung des 70. Altersjahrs automatisch aus dem Gremium aus. Rihs, der vergangenes Jahr 70 wurde, müsste den Verwaltungsrat demnach verlassen. Allerdings erlaubt das Reglement dem Verwaltungsrat, «aus begründeten Motiven» von diesem Grundsatz abzuweichen, wie Sonova mitteilte. Sonova wolle das Know-How von Phonak-Gründer Rhis noch im Unternehmen behalten, begründete Sonova-Sprecher Michael Isaac die Verlängerung von Rhis' Mandat. «Es ist uns sehr wichtig, dass Herr Rhis uns seine ausserordentlichen Kenntnisse weiter zur Verfügung stellt.» 

Verwaltungsratspräsident Robert Spoerry liess sich in der Mitteilung zitieren, dass Rihs im Amt bleibe, sei «ein grosser Gewinn für das Unternehmen». Rihs gehört dem Verwaltungsrat des Konzerns seit 1992 an, bis 2011 leitete er das Gremium auch. Im Zuge eines Skandals um verdächtige Börsengeschäfte bei Sonova legte er jedoch das Amt des Verwaltungsratspräsidenten nieder.

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Bereits vor Rihs verlässt Heliane Canepa den Verwaltungsrat, wie Sonova weiter mitteilte. Die ehemalige Konzernchefin und Verwaltungsratspräsidentin des Zahnimplantate-Herstellers Nobel Biocare trete auf die Generalversammlung im Juni hin zurück. Canepa, die bald 65 Jahre alt werde, trete aus persönlichen Gründen zurück. Sie wolle sich nun auf andere Dinge konzentrieren, sagte Sonova-Sprecher Isaac dazu. Canepa gehörte dem Verwaltungsrat des Hörgeräteherstellers mehr als 14 Jahre lang an.

(muv/sda)