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Apple auch ohne «iGod» erfolgreich

Am 5. Oktober 2011 starb Apple-Gründer Steve Jobs. (Bild: Keystone)

Diese Woche jährt sich der Todestag von Steve Jobs zum ersten Mal. Doch auch ohne den Firmengründer und Visionär ist Apple grösser, reicher und mächtiger als zuvor.

Veröffentlicht am 03.10.2012

Als der «iGod» starb, fürchteten viele das Schlimmste: Wie sollte Apple ohne Steve Jobs auskommen? Dem Mann, der das Unternehmen gegründet hatte, es dann verlassen musste - nur um später zurückzukehren und Apple vom Pleitekandidaten zu einem der erfolgreichsten Konzerne der Welt zu machen.

Am 5. Oktober ist «einer der grössten amerikanischen Erfinder», wie ihn US-Präsident Barack Obama nannte, seit einem Jahr tot. Und Apple? Der Konzern ist unter Jobs' Nachfolger Tim Cook grösser, reicher, wertvoller und mächtiger geworden als je zuvor - allen Kassandrarufen zum Trotz.

Aktie in Rekordhöhe

Anleger bewerten den Konzern an der Börse höher als jemals ein Unternehmen zuvor. Zwischenzeitlich - kurz vor der Vorstellung des iPhone 5 Mitte September - kletterte der Kurs der Apple-Aktie sogar über die Marke von 700 Dollar.

Offensichtlich hat der Konzern den Tod seines Gründers und Chef-Visionärs Jobs verkraftet. Der Grund dafür dürfte in der eingespielten Führungsmannschaft liegen: Neben Cook lenken mit Chefdesigner Jonathan Ive, Marketingchef Phil Schiller, Finanzchef Peter Oppenheimer oder dem Chefentwickler des iOS-Betriebssystems, Scott Forstall, langjährige Weggefährten den Konzern.

Der Clou des geschlossenen Ökosystems

Den Grundstein für ihren Erfolg hat aber Jobs gelegt: Mit dem iPod revolutionierte er ab 2001 den Musikmarkt. Entscheidend dafür war neben dem Gerät aber vor allem die konsequente Verzahnung zwischen Hardware und den zugehörigen Inhalten. Wer mit dem schicken Gerät unterwegs sein wollte, musste die iTunes-Software nutzen und seine Lieder über Apple kaufen. Jobs schuf so ein eigenes geschlossenes Apple-Ökosystem.

Mit dem iPhone und später dem Tablet-Rechner iPad blieb Apple dieser erfolgreichen Strategie treu. Zur Musik gesellten sich Bücher und Zeitungen sowie vor allem Zusatzprogramme für die Geräte, die sogenannten Apps. So verdient Apple nicht nur an jedem Gerät, sondern auch bei jedem Herunterladen.

Über 1000 Dollar Reingewinn - pro Sekunde

Die Kunden lassen sich offensichtlich gerne ins geschlossene Apple-Ökosystem einbinden: So dominiert Apple den Markt für Tablet-PC und ist einer der grössten Handyhersteller der Welt - trotz der wenigen und durchweg teuren Modelle. Der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino verdiente im zweiten Quartal 8,8 Mrd. Dollar. Das entspricht mehr als 1000 Dollar Reingewinn pro Sekunde - 24 Stunden am Tag, 91 Tage lang.

Einstige Grössen der Handybranche wie Nokia oder der Blackberry-Hersteller Research In Motion dagegen sind deklassiert und kämpfen ums Überleben. Nur Samsung mit seinen Smartphones und Google mit dem Handybetriebssystem Android sind als ernstzunehmende Rivalen übrig geblieben.

Patentkrieg ohne Ende

Diese überzieht Apple mit einem weltweiten Patentkrieg: Angeschoben hatte die Auseinandersetzung vor zahlreichen Gerichten noch Steve Jobs: Er werde lieber einen «Atomkrieg» mit Google führen, als Apples Technologien mit anderen zu teilen, sagte er seinem Biografen.

Zwar nannte Jobs-Nachfolger Cook die Auseinandersetzungen im Frühjahr «fürchterlich nervig» - den Kampf gegen Android und alle Hersteller, die auf das System aufbauen, setzt aber auch er fort. «Was wir wollen, ist, dass die anderen ihre eigenen Sachen erfinden.»

Mehr als 5 Millionen iPhones an einem Wochenende

Zwar hat Apple selbst seit Jobs' Tod auch keine ganz grosse Revolution mehr präsentiert. Aber auch mit der Weiterentwicklung seiner Erfolgsprodukte hat der Konzern beachtlichen Erfolg: Nach eigenen Angaben gingen am ersten Verkaufswochenende mehr als fünf Millionen Stück des iPhone 5 über die Ladentheken - und damit etwa eine Million mehr als beim Vorgänger 4S.

Die Apple-Aktie fiel trotzdem: Mehr als 30 Dollar hat sie im Vergleich zu ihrem Höchststand eingebüsst. Vor allem für die Pannen beim neuen, Apple-eigenen Kartendienst erntete Apple beissenden Spott im Internet. Cook musste sich sogar öffentlich entschuldigen.

(vst/sda)

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