Die Erholung des Arbeitsmarkts in letzter Zeit wirkt sich in der Schweiz auf die Wechselbereitschaft der Berufstätigen mit akademischem Hintergrund aus. Das zeigen die Ergebnisse der diesjährigen Professionals-Befragung von Universum. Das auf Employer Branding spezialisierte Unternehmen befragte 3158 Schweizer, die ihr Studium vor mindestens einem Jahr erfolgreich abgeschlossen hatten, zu Arbeitgeberattraktivität und Karriereplänen.

Die positive Wirtschaftsentwicklung wirkt sich auf die Bereitschaft aus, einen neuen Job zu suchen. In den letzten zwölf Monaten haben 17 Prozent von ihnen die Stelle gewechselt – das sind 3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Arbeitnehmermobilität entwickelt sich dabei anders als im benachbarten Deutschland. Dort ist die Tendenz noch umgekehrt – im Vergleich zum Vorjahr haben sich weniger Berufstätige in den letzten zwölf Monaten einen neuen Job gesucht. Die Schweizer Angestellten sind aber überwiegend mit ihrem aktuellen Arbeitgeber glücklich: Insgesamt 71 Prozent der Befragten sind zufrieden bis sehr zufrieden.

Die Ergebnisse der Professionals-Studie 2011 zeigen, dass für 26 Prozent der Befragten eine sichere Anstellung nicht zu den Top-Karrierezielen zählt. Unter den wichtigsten Kriterien rangieren hingegen mit 43 Prozent die Übernahme von Führungsaufgaben sowie mit 38 Prozent das Bedürfnis, intellektuell herausgefordert zu werden.

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«Man darf nicht übersehen, dass fast jeder Fünfte in den nächsten sechs Monaten einen neuen Arbeitgeber finden will, weitere 12 Prozent haben es in den kommenden zwölf Monaten vor. Die latente Wechselbereitschaft ist demnach durchaus weiterhin vorhanden», kommentiert Axel Keulertz, Research Director für die deutschsprachigen Länder bei Universum in Köln. «Die Professionals warten anscheinend noch ab, bis sich die Wirtschaftslage stabilisiert, bevor sie sich vermehrt nach neuen Stellen umschauen. Sie möchten in ihre Employability investieren und achten auf Referenzen für die zukünftige Laufbahn, gleichzeitig aber auch auf die Kontrolle über Arbeitszeiten», so Keulertz.

Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Arbeit und dem Privaten nennt über die Hälfte der Teilnehmer an der Professionals-Befragung von Universum als wichtiges Karriereziel und setzt es damit auf Platz eins aller beruflichen Erwartungen. Was bedeutet aber Work-Life-Balance für Berufstätige genau? «Die Professionals verstehen darunter vor allem die Flexibilität im Arbeitsalltag, das heisst keine starren Arbeitszeiten und die Möglichkeit, von Zuhause aus zu arbeiten», fasst Axel Keulertz den Befund zusammen.

Statistik zu Studierenden in der Schweiz
131 524 Studierende wurden für das Studienjahr, 2010/11 gezählt, davon 35 714 bzw. 27,2 Prozent Ausländer