Im Fall von Datendiebstahl bei der Privatbank Julius Bär warten die Schweizer Behörden noch immer auf eine Antwort aus Deutschland auf ein Rechtshilfegesuch. Der ehemalige Angestellte der Bank, der des Diebstahls verdächtigt wird, befindet sich derweil im vorzeitigen Strafvollzug.

Die «Handelszeitung» deckte den Datendiebstahl und in diesem Fall die mutmassliche Wirtschaftsspionage seitens deutscher Steuerfahnder im September 2012 auf.

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Anklage wird vorbereitet

Die Bundesanwaltschaft (BA) hat sein entsprechendes Gesuch gutgeheissen, wie BA-Sprecherin Jacqueline Bühlmann auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mitteilte. Die Anklageschrift ist nach ihren Angaben in Vorbereitung, spätestens Ende Mai soll im Fall Anklage erhoben werden.

Der Verdächtige, ein Informatikmitarbeiter, soll bei der Zürcher Privatbank Julius Bär Kontodaten von mutmasslichen Steuerflüchtigen aus Deutschland entwendet haben. Diese soll er mithilfe eines ehemaligen Steuerfahnders aus Deutschland an das Finanzministerium von Nordrhein-Westfalen weitergeleitet haben.

Ehefrau ist draussen

Nachdem der Fall im vergangenen Sommer aufgeflogen war, wurde der Mitarbeiter von der Bank entlassen und von den Schweizer Behörden inhaftiert. Die BA ermittelt nach wie vor auch gegen den ehemaligen deutschen Steuerbeamten. Das Verfahren gegen die Ehefrau des ehemaligen Bankangestellten soll jedoch eingestellt werden, wie die BA-Sprecherin mitteilte.

Die Verteidigung des Hauptverdächtigen hat ein abgekürztes Verfahren beantragt. Das bedeutet, dass dieser die Tat grundsätzlich nicht bestreitet. Nachdem die Daten von rund 200 Kunden den deutschen Behörden in die Hände gelangt waren, hat die Bank ihrerseits mit der Zahlung von 50 Millionen Euro weitere Ermittlungen verhindern können.

(chb/sda)