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Banken
UBS-Chef Ermotti: «Frustrierte» kritisieren hohe Bankerlöhne

UBS-Chef Sergio Ermotti: Er hat eine klare Meinung zur Debatte über Spitzenlöhne.

Die Spitzenlöhne für Topbanker sind in der Kritik. Jetzt schaltet sich UBS-Chef Sergio Ermotti mit überraschenden Aussagen in die Debatte ein.

In der Londoner City werden heute deutlich höhere Boni ausgeschüttet als noch während der Finanzkrise. Auch an der New Yorker Wall Street erhalten Banker wieder grössere Entschädigungen. Vielen Aufsehern ist dieser Trend ein Dorn im Auge, der politische Widerstand gegen die hohen Saläre in der Finanzindustrie wächst. In Grossbritannien etwa will Notenbankchef Mark Carney eine Obergrenze für die Boni prüfen.

Auf einer Veranstaltung in London hat sich nun UBS-Chef Sergio Ermotti mit überraschenden Aussagen in die Lohndebatte eingeschaltet. Die Diskussion werde vor allem von Leute geführt, die «frustriert» seien, weil sie selbst nicht so viel verdienen, sagte der Tessiner am Donnerstag auf dem Event gemäss Nachrichtenagentur Bloomberg.

Wettbewerb um Talente

Der UBS-Banker reagierte damit auf eine Wortmeldung von Sir Paul Tucker, den früheren Vize-Gouverneur der Bank of England. Dieser solle sich an die Fakten halten. Der Bankensektor sei eine der wenigen Industrien, in der die Löhne publiziert würden, so Ermotti.

Ohnehin müsse die Finanzindustrie hohe Löhne zahlen, um die besten Talente anzuziehen – nur so hätten Banken eine Chance im Wettbewerb um Spitzenkräfte. Der Techindustrie oder Schattenbanken seien bei den Löhnen keine Grenzen gesetzt. «Sie werden etwas anderes tun», sagte Ermotti mit Blick auf eine mögliche Obergrenze für Bankerboni. «Es ist ein umkämpfter Markt.»

Ermotti wird «sehr gut» entlohnt

Es sei falsch, mit dem Finger auf Banker zu zeigen, findet Ermotti. Vielmehr müsse man anschauen, was für Löhne in der übrigen Wirtschaft bezahlt würden. Er selber werde «sehr gut» entlohnt, räumte Ermotti an der Veranstaltung ein. Im letzten Jahr verdiente der UBS-Chef rund 13,7 Millionen Franken.

(mbü, mit Material von Bloomberg und der Financial Times)

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