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  3. Bei der Credit Suisse in London klafft ein tiefer «Gender Gap»

Gehaltsschere
Bei der CS in London verdienen Frauen schlechter

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CS in London: Die Frauen erhalten weniger Lohn.Quelle: Ullstein/GettyImages

Weibliche CS-Banker in London beziehen weniger Lohn und Boni. Nicht nur bei der Schweizer Bank klafft ein steiles Lohngefälle.

Veröffentlicht am 27.03.2018

Im Investmentbanking der Credit Suisse in London verdienen Frauen deutlich weniger. Im Mittel ist ihr Stundenlohn 29 Prozent tiefer als der ihrer Arbeitskollegen. Boni bekommen die Frauen im Mittel sogar 58 Prozent weniger als die männlichen Banker. Frauen werden bei der Credit Suisse aber laut der Bank nicht benachteiligt. Die CS erklärt den Lohnunterschied vielmehr mit dem tiefen Frauenanteil auf den Chefetagen.

Im ganzen Konzern waren Ende 2017 im Topkader – den «Managing Directors» – nur 14 Prozent Frauen. Zwei Jahre zuvor stellten Frau gar nur etwas über einen Zehntel dieser Spitzenkräfte, sagte der oberste Personalchef Peter Goerke dem «Wall Street Journal». Bis 2021 soll der Frauenanteil unter den «Managing Directors» auf 18 Prozent steigen. Weiter unten in der Hierarchie bei den «Directors» soll der Anteil von 23 auf 27 Prozent zunehmen. Das krasse Lohngefälle in der Londoner City nannte Finanzchef David Mathers in einem internen Rundschreiben dennoch «enttäuschend». «Es bleibt viel zu tun.»

Die Regierung will Zahlen sehen

Mit dem tieferen Frauenlohn sticht die CS in der Branche aber nicht heraus. Bei Konkurrent Bank of America Merrill Lynch verdienen Frauen in Grossbritannien im Mittel gut 39 Prozent weniger, bei Goldman Sachs ist ihr Lohn sogar deutlich über die Hälfte tiefer. Bei HSBC geht die Gehaltsschere um 59 Prozent auseinander. Die Grossbanken veröffentlichen diese Zahlen auf Druck der Regierung. In Grossbritannien müssen Tausende von Arbeitgeber bis Anfang April die firmeninterne Lohndifferenz zwischen den Geschlechtern offenlegen.

(mbü)

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