Ein jeder Firmenbesitzer steht irgendwann vor der Frage der Nachfolgeregelung. Abgesehen von emotionalen und organisatorischen Aspekten muss dabei auch die Besteuerung berücksichtigt werden.

Die Unternehmenssteuerreform II erleichtert die Firmenübergabe deutlich. Bei der direkten Bundessteuer werden Dividenden seit 2009 nur noch teilweise besteuert: Die Beteiligungen im Geschäftsvermögen unterliegen bloss noch zu 50%, diejenigen im Privatvermögen nur zu 60% dem Fiskus. Das heisst: Eine regelmässige Dividendenausschüttung wird für Unternehmer attraktiv.

Unternehmen «leichter» machen

Sie sind nicht mehr dazu angehalten, ihr Geld in der Gesellschaft zu horten, um dann - wie früher - bei einem späteren Unternehmensverkauf einen steuerfreien Kapitalgewinn zu erzielen. Das Unternehmen kann durch regelmässige Ausschüttungen also «leichter» gemacht werden.

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Das mindert die finanzielle Last des Käufers: Letzterer übernimmt nur noch die betriebsnotwendigen Anlagen und muss nicht mehr die Reserven des Vorgängers mit bezahlen.

Ab 2011 profitieren auch Einzelunternehmer, die ihr Geschäft nach dem 55. Altersjahr oder invaliditätsbedingt aufgeben. Besteuert wird neu nur noch ein Fünftel des Liquidationsgewinns. Die privilegierte Besteuerung wird auch den Erben des Unternehmers gewährt, wenn sie die geerbte Gesellschaft innerhalb von fünf Jahren veräussern.

Die Steuerreform ermöglicht zudem spezielle Ersparnisse: Firmeninhaber können einen fiktiven Einkauf in die 2. Säule geltend machen. Sie können also einen Betrag anrechnen, der den Pensionseinzahlungen in das BVG entsprechen würde. Das mindert den Gewinn aus dem Verkauf und die Besteuerung. Trotzdem lauern Fallen.

«Inhaber von einfachen Gesellschaften werden immer am meisten zur Kasse gebeten», warnt Hans Jürg Steiner, Steuerexperte und Partner bei der Beratungsunternehmung KPMG AG. Hier gilt der Verkaufsgewinn als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit. Neben Steuern fallen auch AHV-Beiträge an, dies ergibt eine Gesamtbelastung von über 50% des Gewinnes.

Beim Verkauf von Kapitalgesellschaften kann dagegen im Normalfall ein steuerfreier Kapitalgewinn erzielt werden. Wo Reserven vorhanden sind, die den Wert einer einfachen Gesellschaft erhöhen, empfiehlt Steiner deshalb die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft (AG) oder in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Eine Schenkung oder ein Erbvorbezug hat Tücken für den Firmennachfolger. So sind zwar Ehegatten und Nachkommen in den meisten Kantonen steuerbefreit. Konkubinatspartner unterliegen jedoch in vielen Kantonen der höchsten Progressionsstufe.

Indirekte Teilliquidation

Die dritte Hürde ist die indirekte Teilliquidation. Als solche gilt eine Firmenübergabe, wenn Privatvermögen des Verkäufers in Geschäftsvermögen des Käufers übergeführt wird. Ein Beispiel: Ein Friseur als Einzelaktionär verkauft die Aktien seiner Friseur AG an eine Coiffeur-Kette. Beträgt die Beteiligung mindestens 20% und sind Reserven vorhanden, die innerhalb von fünf Jahren (z.B. als Dividende) ausgeschüttet werden, liegt eine indirekte Teilliquidation vor. Bei dieser muss der Verkäufer den Gewinn als Einkommen versteuern. Sind nicht alle Elemente für die indirekte Teilliquidation erfüllt, gilt der Verkauf dagegen als steuerfreier Kapitalgewinn. Steiner empfiehlt Verkäufern daher eine Absicherung: Konkret kann der Verkäufer etwa ein Ausschüttungsverbot über fünf Jahre als Vertragsklausel aufnehmen und so die indirekte Teilliquidation vermeiden.