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Groupe Bruxelles Lambert
Belgischer Investor Albert Frère ist tot

20111117 - BRUSSELS, BELGIUM: Albert Frere pictured during the celebrations of the 130th anniversary of the Belgian financial and economical newspaper L'Echo, at Tour and Taxis in Brussels, Thursday 17 November 2011...BELGA PHOTO ERIC LALMAND (KEYSTONE/BELGA/ERIC LALMAND)
Albert Frère: Wirkte auch in der Schweiz.Quelle: Keystone .

In der Schweiz war er an der Fusion von Holcim und Lafarge beteiligt. Der reichste Belgier ist im Alter von 92 Jahren gestorben.

Veröffentlicht am 03.12.2018

Der belgische Investor Albert Frère ist mit 92 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Beteiligungsgesellschaft Groupe Bruxelles Lambert (GBL) am Montag. «Über mehr als drei Jahrzehnte hat sich GBL unter seiner Führung zu einer der grössten Holdings in Europa entwickelt», hiess es in dem Nachruf.

Frère, der immer wieder grosse Fusionen und Übernahmen eingefädelt hatte, galt als reichster Belgier. GBL ist mit rund acht Prozent auch einer der grössten Aktionäre des Sportartikelkonzerns Adidas und war zuletzt auch beim Anlagenbauer GEA mit gut fünf Prozent eingestiegen. In der Schweiz hatte er entscheidenden Anteil an der Fusion von Holcim mit der französischen Lafarge. Auch am Warenprüfkonzern SGS ist GBL beteiligt.

Seine letzten Funktionen bei GBL und deren schweizerischem Grossaktionär Pargesa hatte Frère vor drei Jahren abgegeben. Er blieb aber einer der beherrschenden Aktionäre der Gruppe, die er seit den 1980er Jahren zusammen mit dem 2013 verstorbenen kanadischen Geschäftsmann Paul Desmarais aufgebaut hatte. Vom belgischen König wurde Frère geadelt. Geführt wird GBL heute von Frères Schwiegersohn Ian Gallienne, der auch dem Adidas-Aufsichtsrat angehört.

Unternehmerkarriere

Frère hatte einen Schrauben- und Nagelhändler im belgischen Charleroi geerbt und verliess die Schule deshalb mit 17 Jahren. Rasch kaufte er mehrere Stahlunternehmen zusammen. Bei der GBL übernahm er 1982 die Kontrolle. Immer wieder profitierte er von grossen Fusionen, die er als einer der ersten aktivistischen Aktionäre in Europa selbst anschob. So tauschte er auch seine Beteiligung am Fernsehkonzern RTL in ein 25,1-Prozent-Paket an Bertelsmann, scheiterte aber mit dem Plan, den Gütersloher Medienkonzern selbst an die Börse zu bringen.

(awp/mlo)

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