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Karriere
Bernhard Heusler: «Niemand kann fehlerlos führen»

Bei personellen Entscheidungen bewies der Präsident des FC Basel nicht immer ein gutes Händchen. Was Bernhard Heusler daraus gelernt hat, erklärt er im neuen Ratgeber «Plötzlich Chef».

Veröffentlicht am 04.11.2015

Berhard Heusler ist bereits seit Kindertagen Fan des FC Basel. Die berufliche Verbindung entstand, als der Verein rechtlichen Beistand im Zuge eines geplatzten Transfers brauchte. Jurist Heusler wusste Rat – und übernahm zunächst das Amt des Kommunikators für den Verein. Heute lenkt er als Präsident des Clubs das operative Geschäft.

Was war Ihre erste Führungsrolle?
Bernhard Heusler: Das war wohl als Captain der Fussballauswahl­mannschaft der Primarschule. Die ­Captainbinde hat meine Mutter aus ­Verbandsmaterial hergestellt. Im ­falschen Verständnis meiner Führungsaufgabe ordnete ich an, dass in den Tagen vor dem entscheidenden Schulhausduell alle, die der Mannschaft angehören wollten, in Fussballschuhen zum Unterricht erscheinen mussten, damit die Pausen ganz fürs Training genutzt werden konnten. Diese Anordnung stiess bei der Lehrerschaft nicht auf Gegenliebe, und statt den freien Mittwoch­nachmittag fürs Training nutzen zu ­können, musste unser Team das Schulhaus reinigen. Heute könnte ich das als Teambildungsevent verkaufen, damals musste ich die Verantwortung dafür tragen, dass wir gänzlich unvorbereitet antraten und das Spiel deutlich verloren.

Ihr grösster Fehler als Chef?
Eine der wichtigsten Aufgaben einer Führungsperson sind die Personalentscheide. Ich habe mich nicht nur einmal zu sehr von Oberflächlichkeiten, von eindrücklichen Ausweisen und überzeugender Rhetorik leiten lassen.

Was haben Sie daraus gelernt?
Die erste Einsicht, die man in der Führung gewinnen muss, ist, dass niemand fehlerlos führen kann. Nur so kann man seine Fehler erkennen und dann auch ohne falsche ­Rücksicht auf das eigene Ansehen ­korrigieren. In diesem Sinn habe ich ­gelernt, dass Fehler erstens immer wieder vorkommen und dass es zweitens Teil der Führungsver­antwortung ist, ihre Folgen zu ­beseitigen und sie zu korrigieren.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Titel «Plötzlich Chef. Souverän in der neuen Führungsrolle» von Claude Heini und Irmtraud Bräunlich Keller. Im Ratgeber geben bekannte Schweizer Führungskräfte Auskunft über ihren Start als Vorgesetzte.

Das Buch ist in der Reihe «Beobachter Edition» in Zusammenarbeit mit der Handelszeitung und der Schweizer Kader Organisation SKO erschienen. Sie können es hier erstehen.

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