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«Präsidentin» Oprah macht Weight Watchers attraktiv

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Oprah Winfrey: Sie besitzt ein Vermögen von über 3 Milliarden Dollar.Quelle: Jason LaVeris/Getty

Oprah Winfrey wird als Kandidatin für die US-Präsidentschaft gehandelt. Von den Spekulationen profitiert sie finanziell.

Von Marc Bürgi
am 12.01.2018

Oprah Winfrey ist die einflussreichste Frau in der US-Unterhaltungsindustrie. Geht es nach den US-Medien, könnte Winfrey bald auch in der Politik an Einfluss gewinnen. Seit dieser Woche wird der TV-Star als Kandidatin für das Weisse Haus gehandelt. Am Sonntag hielt Winfrey eine emotionale Rede an der Hollywood-Gala Golden Globes. Die Afroamerikanerin sprach über Frauen- und Bürgerrechte. Medien interpretierten den Auftritt der 63-Jährigen als Kampfansage an Donald Trump.

Offiziell hat Winfrey  zu den Spekulationen nicht Stellung genommen. Ob sie tatsächlich eine Chance auf das Amt hat, ist schwierig einzuschätzen. Viele Amerikaner möchten nach Trump nicht gleich nochmals einen TV-Star ins Weisse Haus schicken. Und Winfrey ist zwar besonders bei Frauen und Afroamerikanern beliebt, als sehr meinungsstarke TV-Persönlichkeit dürfte sie bei vielen Wählern aber auch auf Ablehnung stossen.

Der Oprah-Effekt für Weight Watchers

Winfrey kommt die Aufmerksamkeit aber sicher nicht ungelegen. Schliesslich ist es die Grundlage für ihren Geschäftserfolg, bekannt zu sein. Und finanziell hat sie bereits von den Spekulationen profitiert: Der Aktienkurs des Diätunternehmens Weight Watchers ist nochmals kräftig gestiegen. Dieser «Oprah»-Effekt wirkt seit 2015.

Damals wurde Winfrey Werbebotschafterin für das Unternehmen und übernahm ein Aktienpaket. Seitdem hat sich der Börsenwert mehr als versechsfacht, Winfreys Beteiligung ist laut der Agentur Bloomberg mittlerweile rund eine halbe Milliarde Dollar wert – eingestiegen war sie mit einer Investition von gut 43 Millionen Dollar. Winfrey wirbt nicht nur öffentlich für das Diätprogramm und lobt die Ernährungstipps. Die erfolgreiche Geschäftsfrau nimmt auch Einfluss auf den Kurs des Unternehmens. 2017 ernannte Weight Watchers Mindy Grossman als Chefin – gut möglich, dass die Wahl auch dank der Grossaktionärin auf eine Frau fiel.

Trump wird zur toxischen Marke

Ob Anleger auch auf Weight Watchers setzen würden, falls Winfrey tatsächlich kandidiert, ist eine offene Frage. Als Präsidentschaftskandidatin im 2020 müsste sie ihre Verbindung zum Unternehmen kappen. Und Marken können darunter leiden, wenn ihr Werbeträger im Weissen Haus ist, wie das Beispiel Donald Trump zeigt. Seit Immobilienunternehmer Trump in die Politik gewechselt hat, sind mehrere Gebäude umgetauft worden, die zuvor nach ihm benannt waren. Und mehrere grosse US-Warenhäuser haben die Produkte seiner Tochter Ivanka aus dem Sortiment genommen – offenbar wollen die Unternehmen nicht mit dem umstrittenen Präsidenten in Verbindung gemacht werden.

 

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