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Rückkehr
CEO Frost übernimmt wieder bei Swiss Life

Patrick Frost: Er musste wegen seiner Krebserkrankung eine Auszeit nehmen. Keystone

Der Konzernchef von Swiss Life ist zurück im Büro: Patrick Frost hat nach seiner Krebserkrankung wieder die Leitung des Versicherers übernommen - vorerst allerdings noch im Teilzeitpensum.

Veröffentlicht am 15.08.2017

Patrick Frost wird nach der erfolgreichen Krebstherapie ab Mitte Oktober wieder voll als Konzernchef von Swiss Life arbeiten. Zunächst steigt er mit einem Teilzeitpensum ein. «Es wäre eine Überforderung, gleich ein volles Pensum zu absolvieren«, sagte Frost in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» (Vorabdruck der Ausgabe vom Dienstag). Deshalb arbeite er in Absprache mit dem Verwaltungsrat anfänglich zu 60 bis 70 Prozent.

Den Angaben zufolge ist Frost seit vergangener Woche wieder zurück am Arbeitsplatz. «Natürlich ist es eine grosse Erleichterung, dass ich die Krebstherapie ohne Komplikationen beenden konnte. Es war eine intensive Zeit. Die Therapie war erfolgreich», sagte der Manager.

Finanzchef führte Konzern vorübergehend

Ende März hatte Frost in einem internen Schreiben die Mitarbeiter des Versicherers Swiss Life informiert, dass bei ihm ein krebsartiger Tumor diagnostiziert worden sei. Er, Rolf Dörig, Verwaltungsratspräsident von Swiss Life, und auch der Kommunikationschef seien sich alle einig gewesen, die Krankheit gegenüber den Mitarbeitern und der Öffentlichkeit offen zu kommunizieren. Bereits damals stellte er eine Rückkehr nach den Sommerferien in Aussicht. Interimistisch waren die Geschäfte seither von Finanzchef Thomas Buess geführt worden.

Die offene Kommunikation fiel ihm nicht einfach: «Es brauchte aber sicher etwas Überwindung, ausserhalb des Familienkreises zu sagen: Ich bin schwer krank.» Dabei machte sich Frost auch Gedanken über die mögliche Stigmatisierung und ihre möglichen Folgen für seine berufliche Entwicklung.

Mehr Offenheit

Geholfen hätte Frost, dass vor ihm bereits der damalige Nestlé-Chef Peter Brabeck seine Erkrankung öffentlich gemacht hatte. Mit seinem Handeln wolle er nun auch anderen in seiner Situation Mut machen. Denn auch im Nachhinein würde er es wieder gleich machen. Darin hätten ihn andere Konzernchefs ebenfalls bestätigt. Angst sei zwar weiterhin ein Thema, aber «die Bereitschaft steigt, offen über Schwächen oder eine Krankheit zu sprechen», stellt Frost im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» fest.

Grundsätzlich verändert habe ihn seine schwierige Zeit zwar nicht, doch er hoffe, dass ihn diese Monate aufmerksamer gemacht hätten. «Ich werde auch weiterhin unternehmerische Entscheide fällen müssen, was nicht immer angenehm ist. Wichtiger ist etwa, Sinnhaftigkeit zu vermitteln.»

Kontinuität wichtig

Angesprochen auf die neue Strategie nach 2018 sagte Frost, dass auch Akquisitionen thematisiert würden, auch wenn der Konzern hier grundsätzlich zurückhaltend bleiben wolle. Im Zentrum stehe nach wie vor die Kontinuität. Darüber hinaus mache sich die Konzernleitung Gedanken, wie das Kommissionsgeschäft vorangetrieben werden könne. Patrick Frost ist seit Juli 2014 Chef von Swiss Life. Er gehört seit 2006 zur Konzernleitung.

(sda/mbü/jfr)

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