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Chinesen im Verwaltungsrat von jeder vierten SMI-Firma

Ren Jianxin: Nach der Übernahme zum VR-Präsident von Syngenta gewählt. Keystone

Die Mehrheit der Schweizer Verwaltungsräte haben einen ausländischen Pass. Immer häufiger kommt dieser aus China. Frauen dagegen halten es in der Schweiz kürzer in den Gremien aus als anderswo.

Veröffentlicht am 12.07.2017

Bezüglich der Internationalität in Verwaltungsräten ist die Schweiz Spitzenreiter. Dabei kommen immer mehr VR-Mitglieder aus China. Frauen haben es hingegen immer noch schwer, einen Sitz in einem Schweizer Verwaltungsrat zu finden.

Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Beratungsunternehmens Russel Reynolds. Demnach haben 68 Prozent aller Verwaltungsräte der 20 Unternehmen, die im Swiss Market Index (SMI) gelistet sind, einen ausländischen Pass.

Dax-Konzerne sind weniger international

Mit 14 Prozent kommt der höchste Anteil der ausländischen VR-Mitglieder aus den USA. Das Vereinigte Königreich folgt mit neun Prozent, acht Prozent kommen aus Deutschland und sieben Prozent aus Frankreich. Auf Platz fünf positioniert sich China: Jedes vierte SMI-Unternehmen hat gemäss der Studie ein Verwaltungsratsmitglied mit chinesischem Pass, das entspricht einem Anteil von drei Prozent.

Anders in Deutschland: Bei den Aufsichtsräten der 30 im Deutschen Aktienindex (DAX) enthaltenen Unternehmen, besitzen lediglich 29 Prozent einen ausländischen Pass. Der Frauenanteil bei den DAX-Konzernen beträgt 29,1 Prozent, wie die Studie weiter zeigt.

Frauen geben Mandat schneller ab

In Schweizer Verwaltungsräten sind Frauen seltener anzutreffen. Der Frauenanteil im SMI stieg gegenüber dem Vorjahr leicht von 20,7 auf 21,4 Prozent. Das liegt laut Russel Reynolds daran, dass Frauen nach wie vor weniger ins oberste Gremium gewählt werden als Männer.

Zudem scheiden Frauen auch schneller wieder aus dem Verwaltungsrat aus: Sie bleiben im Schnitt 4,7 Jahre im Amt, im Gegensatz zu 7,2 Jahren bei den Männern. Auch beim Alter gibt es Unterschiede. Frauen sind durchschnittlich 4,6 Jahre jünger als ihre männlichen Kollegen. 2016 betrug der Altersunterschied noch 4,9 Jahre.

Russel Reynolds kritisiert in seiner Studie ausserdem, dass es in den obersten Gremien der SMI- sowie der DAX-Konzerne zu wenige Digital-Experten gebe. In lediglich 35 Prozent der Schweizer und 40 Prozent der deutschen Verwaltungsräten sitze ein Aufseher mit ausgewiesener Digitalkompetenz.


 

(sda/me)

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