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CS-Chef Thiam muss sich mit weniger zufriedengeben

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Tidjane Thiam: Der CS-Konzernchef erhält für 2017 weniger Geld als Kollege Ermotti von der UBS.Quelle: Keystone

Tidjane Thiams Lohn ist gesunken. Der Credit-Suisse-Chef erhält für 2017 mehrere Millionen Franken weniger als UBS-CEO Sergio Ermotti.

Veröffentlicht am 23.03.2018

Die Aktionärsrevolte gegen hohe Managerlöhne zeigt bei der Credit Suisse Wirkung. Konzernchef Tidjane Thiam bekommt fünf Prozent weniger Fixgehalt und Bonus von insgesamt 9,7 Millionen Franken, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht der zweitgrössten Schweizer Bank hervorgeht. Darin komme zum Ausdruck, dass sich die zweitgrösste Schweizer Bank noch immer im Umbau befinde.

Credit Suisse hatte für 2017 das dritte Jahr in Folge tiefrote Zahlen ausgewiesen. Schuld am Verlust von 983 Millionen Franken ist zwar die US-Steuerreform, die auch bei den Abschlüssen vieler Rivalen Bremsspuren hinterliess. Doch auch ohne diese Sonderbelastung ist die Profitabilität des Unternehmens noch weit von den Zielen entfernt.

Verärgerte CS-Anleger

Auf der Aktionärsversammlung im April vergangenen Jahres hatten die Eigner der Konzernspitze einen Schuss vor den Bug gesetzt und den Vergütungsbericht nur mit 58 Prozent der Stimmen angenommen. Den Anlegern stiess damals sauer auf, dass Thiam trotz eines Milliardenverlustes noch 10,2 Millionen Franken erhielt.

Dabei hatte das Institut die ursprünglich vorgesehenen Boni auf Druck von Grossaktionären bereits zurück genommen. Die damals beschlossenen Kürzungen auch der langfristigen Erfolgsprämien führen bei der Unternehmensspitze nun zu weniger Gehalt.

Deutsche-Bank-Chef müssen auf Boni verzichten

Dennoch muss Thiam nicht darben. Nach Berechnungen von Gehaltsberatern gehört der Ivorer nach UBS-Lenker Sergio Ermotti und den Bossen der Pharmariesen Novartis und Roche zu den Spitzenverdienern unter den Schweizer Konzernchefs. Sergio Ermotti erhielt für letztes Jahr eine Vergütung von 14,2 Millionen Franken. Bei der Deutschen Bank bekommt das Top-Management wegen des Verlusts von einer halben Milliarde Euro für 2017 gar keinen Bonus.

Nach Gesprächen mit den Grossanlegern hat die Credit Suisse das Kompensationssystem zusätzlich überarbeitet, hiess es im Geschäftsbericht. Der Vorsitzende des zuständigen Verwaltungsrats-Ausschusses, Kai Nargolwala, versprach ab dem laufenden Jahr mehr Transparenz und die Einführung einfacherer Messgrössen. So sollen die Boni des Managements stärker an die Aktienrenditen gekoppelt werden. Was das unter dem Strich bedeutet, muss sich allerdings erst noch zeigen. Nargolwala stellte jedenfalls schon mal klar, dass sich Thiams Lohn in Zukunft auf ein Niveau zurückbewegen werde, das der erwarteten Verbesserung der Leistungskennzahlen des Unternehmen Rechnung trage.

(reuters/mbü)

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