Ein ganz klein bisschen langweilig ist es ja schon an der Spitze: Seit Jahren belegen dieselben Pressesprecher den ersten und den dritten Rang und lassen auf Rang zwei jeweils etwas Raum für eine Überraschung.

So auch diesmal. Auf dem ersten Platz hat sich rein gar nichts bewegt: Urs Ackermann von der ZKB rettet einmal mehr den Ruf der hiesigen Bankensprecher, die sonst eher im breiten Mittelfeld anzutreffen sind, und Wolfram Eberhardt, Sprecher von ABB, hat sich auf seinem dritten Platz etabliert. Dazwischen hat sich neu die Swisscom geschoben beziehungsweise deren alter Medienhase Sepp Huber, dessen Kommunikationsstil um einiges besser anzukommen scheint als derjenige seines Kollegen vom letzten Jahr. Immerhin hat die Swisscom dank Huber 28 Ränge gutgemacht und Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel abgelöst, der auf den fünften Platz gerutscht ist, knapp hinter dem letztjährigen 25sten, Dominik Werner von Lonza, der offenbar seinen Job auch gut gemacht hat.

Eine Gratwanderung

Das vergangene Jahr hat viele Mediensprechende vor arge Herausforderungen gestellt. Die Krise, Kurzarbeit, Entlassungen, Geschäftsrückgang, Kundenabflüsse, Betriebsschliessungen - viele der offiziellen Sprachrohre der heimischen Unternehmen hatten die letzten Monate wenig Erfreuliches zu kommunizieren.

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Doch das ist es ja nicht, was einen guten Pressesprecher ausmacht, dass er Good news verbreitet. Das kann jeder - sofern sie stimmen. Aber Bad news so zu kommunizieren, dass sie dem Image des Arbeitgebers nicht noch mehr Schaden zufügen, gleichzeitig bei den anfragenden Journalistinnen und Journalisten glaubwürdig bleiben, ohne anbiedernd zu wirken oder aber als Informationsverhinderer abgestempelt zu werden, das sind die Herausforderungen. Kompetenz und Glaubwürdigkeit gegen aussen ausstrahlen und so Vertrauen aufbauen - gleichzeitig aber loyal und im Sinne des Unternehmens auftreten -, eine Gratwanderung, die nicht alle unbeschadet überstehen.

Am Schluss der Rangliste hat sich denn auch mehr getan als an der Spitze: Zwar ist Werner Abegg von der Nationalbank in der Gunst der schreibenden Gilde noch immer nicht gestiegen, und auch mit Schindler-Sprecher Ricardo Biffi bekunden seine Gesprächs- «Partner» ihre liebe Mühe.

Dafür hat sich das Schlusslicht vom letzten Jahr, Beatrice Howald von Swatch, um fast 19 Ränge nach oben gehangelt und auch Tamedia-Mediensprecher Christoph Zimmer hat seinen Ausrutscher vom letzten Jahr auf Platz 60 wieder vergessen gemacht und ist auf Platz 29 hoch geklettert.

Auch Clariant, Sunrise, die Post und vor allem M-Travel haben kommunikationsmässig bedeutend besser gearbeitet als im Vorjahr. Weniger erfreulich jedoch die Platzierung der SBB - sie haben satte 27 Ränge eingebüsst.