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Der Brexit lässt europäische Unternehmen kalt

Brexit: Für eine Mehrheit der europäischen Unternehmen war dies kein Grund für einen Strategiewechsel. Keystone

Der bevorstehende EU-Austritt der Briten hat europäische Unternehmen bislang wenig beeinflusst. Nur eine Minderheit passte laut Umfrage wegen des Brexit die Strategie an.

Veröffentlicht am 17.08.2017

Der Grossteil der europäischen Unternehmen reagiert bislang gelassen auf das Anti-EU-Referendum der Briten. Knapp 70 Prozent der vom Nachrichten- und Datenkonzern Thomson Reuters befragten 200 Finanzchefs in Grossbritannien und dem restlichen Europa geben an, dass das Referendum noch keine Auswirkungen auf ihre strategischen Planungen gehabt habe.

«Die Ergebnisse deuten auf eine bislang relativ schwache Reaktion der Wirtschaft hin - nicht die Kurzschlussreaktion, die manche erwartet hatten», sagte Thomson-Reuters-Manager Laurence Kiddle am Donnerstag.  Nur zwölf Prozent der befragten Finanzchefs hätten eine Verlagerung von Geschäften aus Grossbritannien geprüft.

Expansion wird gebremst

Zwar hatte in etwa jeder Dritte einen Abbau von Beschäftigten in Grossbritannien als Folge des Brexit-Votums erwartet. Doch nur etwa 19 Prozent der Befragten gaben an, tatsächlich Arbeitsplätze verlagern zu wollen. Unter anderem hatte die Royal Bank of Scotland Anfang des Monats angekündigt, 150 Jobs nach Amsterdam zu verlegen.

Allerdings räumte mehr als jeder fünfte Finanzchef ein, durch das Referendum im Juni 2016 von einer Expansion auf der Insel abgehalten worden zu sein. Einige Firmen sehen sogar neue Geschäftschancen. So eröffnet die Zürcher Privatbank Julius Bär drei neue Büros in Grossbritannien und will damit vom Brexit verunsicherte, wohlhabende Briten als Kunden gewinnen.  Am Mittwoch hatte Amazon zudem angekündigt, in Bristol ein neues Vertriebszentrum eröffnen und dort 1000 Beschäftigte einstellen zu wollen.

(sda/mbü/jfr)

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