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Ranking
Der Kampf der Top-Firmen um die Frauen

Die Top-Arbeitgeber der Schweiz sind IT-Firmen. Sie müssen sich am meisten Mühe um Talente geben und bieten darum viel. Vor allem Frauen haben aber gegenüber Arbeitgebern oft noch Kritikpunkte offen.

Von Stefan Mair
am 09.04.2014

Firmen aus dem IT-Bereich, aber auch der Pharma- und Medizinalbranche stehen in der Schweiz im schärfsten Wettbewerb um Spitzentalente. Sie investieren daher am meisten in die Arbeitsplatzqualität. Das zeigen die Ergebnisse des Rankings der besten Arbeitgeber 2014, erstellt vom Institut «Great Place to work».

Die beste Bewertung aller untersuchten Firmen hat Cisco Systems erhalten. Die befragten Mitarbeiter vergaben Spitzennoten beim Vertrauen ins Management und bei der Kommunikation des Unternehmens. Bei den mittelgrossen Unternehmen holte in diesem Jahr die IT-Firma UMB AG mit Sitz in Cham ZG den Spitzenplatz. Bei den Kleinunternehmen ist mit Q-Perior ebenfalls ein IT-Dienstleister der Sieger.


Schärfster Wettbewerb um Spitzentalente

Dieses Ergebnis unterstreicht, dass IT-­Firmen, aber auch Firmen aus der Pharma­ und Medizinalbranche in der Schweiz im schärfsten Wettbewerb um Spitzentalente stehen und dadurch offenbar stärker an ihrer Arbeitsplatzkultur arbeiten.

Die Befragung, aus der jedes Jahr die Liste der besten Arbeitgeber der Schweiz hervorgeht und die die «Handelszeitung» exklusiv präsentiert, zeigt auch: Vor allem Frauen beurteilen ihren Arbeitgeber immer kritischer.

Sie sind nach dem Ergebnis der Studie ihrem Unternehmen gegenüber signifikant kritischer eingestellt, als ihre männlichen Kollegen. Fast die Hälfte der Befragten hat angegeben, dass sie nicht fair bezahlt und nicht angemessen am Unternehmensgewinn beteiligt würden. Beide Werte haben sich im Vergleich zum orjahr noch einmal verschlechtert.

Ein weiterer Kritikpunkt sind Entscheidungen zu Beförderungen. Oftmals empfinden die Befragten diese als besonders ungerecht und sachlich nicht begründbar.

Frauen erwarten viel von ihrem Arbeitgeber

Als Gründe für die Unzufriedenheit der Frauen sieht Michael Hermann, Schweizer CEO von «Great Place to Work» eine erhöhte Sensibilisierung der Frauen, etwa durch die öffentliche Diskussion über Lohnungleichheiten zwischen den Geschlechtern.

Wie Firmen auf diese kritische Haltung der Frauen reagieren sollen, ist offen. Sicher ist, dass Frauen neben den klassischen Anforderungen an einen Arbeitgeber wie guter Führung, funktionierender interner Kommunikation oder der erlebten Anerkennung des Einzelnen sogenannte Soft­faktoren in den Vordergrund rücken, die besonders schwierig zu erreichen sind. Dazu zählen etwa Glaubwürdigkeit der Firma, Fairness auf allen Arbeitsebenen, Stolz und Teamgeist auf allen Hierarchiestufen.

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