1. Home
  2. Management
  3. Der Novartis-Chef sieht seine Zukunft im Silicon Valley

Karriere
Der Novartis-Chef sieht seine Zukunft im Silicon Valley

Imported Image
Joe Jimenez: Sein Hobby ist das Schwimmen. Keystone

CEO Joe Jimenez hat Novartis zielgerichtet auf drei Geschäftsfelder ausgerichtet. Nun geht er beim Pharmakonzern bald von Bord – der Schweiz wird er den Rücken kehren.

Vor zehn Jahren ist der 2018 abtretende Novartis-CEO Joseph Jimenez – von allen Joe genannt – zu Novartis gestossen. Nachdem er 2010 überraschend die Nachfolge von Daniel Vasella als CEO übernommen hatte, richtete er den Konzern in einer strategischen Restrukturierung neu aus. Jimenez wurde 1959 in einem Vorort von San Francisco in Kalifornien geboren. Er studierte an der renommierten Stanford-Universität und erwarb in Berkeley seinen MBA. Gleichzeitig machte er im Schwimmsport von sich reden.

Nach dem Studium hatte Jimenez mehrere Stellen in der Konsumgüterindustrie inne, unter anderem beim Ketchup-Hersteller Heinz. Im April 2007 heuerte er als Chef der Division Consumer Health bei Novartis an. Zur Division gehörten neben rezeptfreien Medikamenten die Augenheilkunde und Tierprodukte. Im Oktober desselben Jahres übernahm Jimenez die Leitung der Pharmadivision von Novartis. Anfang 2010 wurde er dann überraschend Nachfolger von CEO Daniel Vasella.

Erfahrung aus der Konsumgüterindustrie

Denn abgesehen vom Verwaltungsratsmandat beim US-Pharmahersteller AstraZeneca und der Tätigkeit als Chef der Pharma-Division von Novartis brachte er vor allem Erfahrungen aus der Konsumgüterindustrie mit. Seine internationale Erfahrung und auch seine Führungsqualitäten dürften für seine Ernennung vor fast acht Jahren den Ausschlag gegeben haben. Es folgte rasch ein Kurswechsel: Jimenez richtete Novartis auf Pharmazeutik, Generika und Onkologie aus, während sein Vorgänger noch in allen Marktsektoren tätig sein wollte.

Jimenez zögerte nicht, Geschäftsbereiche von Novartis den Konkurrenten Eli Lilly und GlaxoSmithKline zu überlassen. In der Westschweiz wurde der US-Amerikaner 2011 wegen seiner Ankündigung, den Novartis-Standort in Prangins VD zu schliessen, kritisiert. Wegen der Opposition in der betroffenen Region und auch der Waadtländer Regierung kam er auf den Entscheid zurück – der Standort wird heute von GlaxoSmithKline betrieben.

Vorfreude auf Rückkehr

Geht es um Privates, bleibt Jimenez zurückhaltend. Bekannt ist, dass er seit seinem Eintritt bei Novartis in der Region Basel lebt und drei Kinder hat. Der schlanke und dynamische einstige Schwimmer zieht noch immer Längen im Wasser, wenn es seine Agenda erlaubt. Auch Fitness betreibe er regelmässig, sagt er.

Im Communiqué, mit dem er am Montag seinen Rücktritt bekanntgab, schreibt Jimenez: «Auf persönlicher Ebene freut sich meine Familie nach zehn wunderbaren Jahren in der Schweiz darauf, wieder ins Silicon Valley und die USA zurückzukehren.»

(sda/mbü)

Anzeige