Bei der Deutschen Bank werden Medienberichten zufolge noch vor dem Abschied von Konzernchef Josef Ackermann massgebliche Personalentscheidungen gefällt. Der als Ackermann-Vertrauter geltende Risikovorstand Hugo Bänziger - wie Ackermann Schweizer - müsse das Institut verlassen, schreibt die «Bild»-Zeitung unter Berufung auf Bankenkreise. Auch die Tage von Personal- und IT-Vorstand Hermann-Josef Lamberti bei dem Dax-Konzern sollen gezählt sein.

Der Präsidialausschuss des Aufsichtsrates habe die Weichen entsprechend gestellt und auch bereits Nachfolger benannt, berichtete die «Welt» (Donnerstag). Formal müsse das gesamte Kontrollgremium dem Personalpaket noch bei seiner Sitzung am 16. März zustimmen. Ein Sprecher der Deutschen Bank in Frankfurt erklärte: «Marktgerüchte kommentiert die Deutsche Bank grundsätzlich nicht.»

Ackermann wird mit Ablauf der Hauptversammlung am 31. Mai von seinen Vorstandskollegen Anshu Jain und Jürgen Fitschen an der Spitze der grössten deutschen Bank abgelöst. Dass wichtige Posten verteilt werden, bevor der designierte neue Aufsichtsratschef Paul Achleitner (Allianz) sein Amt angetreten hat, wäre normalerweise eine Überraschung.

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«Spiegel Online» schreibt von «Revolution von innen» bei der Deutschen Bank. Anshu Jain serviere seine Gegner ab und besetze wichtige Posten mit engen Vertrauten aus dem Investmentbanking.

Angeblich Abfindungsangebote unterbreitet

Nach Informationen der «Welt» aus Finanzkreisen sollen drei langjährige Bankmanager in das Führungsgremium aufsteigen. Für Personal soll im Vorstand demnach künftig der Österreicher Stephan Leithner zuständig sein. Der Investmentbanker solle zudem den Rechtsbereich übernehmen, den derzeit Bänziger verantwortet.

Als Nachfolger Lambertis als Chief Operating Officer (COO) sei Henry Ritchotte vorgesehen, einer der engsten Vertrauten Jains. Dritter Neuling im Vorstand wird nach «Welt»-Informationen der Amerikaner William Broeksmit aus dem Risikomanagement.

Darüber hinaus sei geplant, den erweiterten Vorstand, das «Group Executive Committee», mit 17 statt 12 Mitgliedern breiter aufzustellen, schreibt die «Welt». Laut «Bild» wurden Bänziger, der zwischenzeitlich sogar als Kandidat für die Ackermann-Nachfolge gehandelt worden war, und Lamberti bereits Abfindungsangebote unterbreitet.

(tno/awp)