Die Deutsche Bank will einem Medienbericht zufolge von sechs früheren Vorständen Boni in Millionenhöhe zurück. Betroffen sind laut der «Süddeutschen Zeitung» die Ex-Konzernchefs Anshu Jain, Josef Ackermann und Jürgen Fitschen sowie weitere Topmanager.

Die höchste Summe will die Bank von Jain einholen, wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtete. Dieser leitete früher das Investmentbanking und war von 2012 bis 2015 Co-Chef der Bank. Finanzkreisen zufolge könne es in Fall Jain um einen zweistelligen Millionenbetrag gehen.

Verhandlungen über Milliardenstrafe

Die Deutsche Bank prüfe nicht nur, in welchem Ausmass Boni gestrichen werden können, die noch nicht fällig sind. Es gehe auch darum, ob das Institut bereits zugesprochene Zahlungen einfordern könne, hiess es weiter.

Der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann will nicht freiwillig auf die von Deutschlands grösstem Geldhaus einbehaltenen Bonuszahlungen verzichten. Er könnte zwar durchaus grundsätzlich von Ansprüchen absehen, wolle dies aber mit Rücksicht auf andere frühere Manager des Instituts nicht tun. «Das kann ich gar nicht», sagte Ackermann in Berlin auf dem «Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung».

Er verwies darauf, dass er 2008 auf Bonuszahlungen von fünf Millionen Euro verzichtet habe. Damit habe er indirekt Druck ausgeübt auf alle seine Kollegen. Er könne heute, «wo ich draussen bin», nicht etwas sagen, was andere moralisch verpflichte, sagte Ackermann. Er habe aber mehrfach bewiesen, dass er bereit sei, einen Beitrag zu leisten. «Mir fällt da kein Stein aus der Krone, wenn ich auf etwas verzichte.» Das Zusammenstehen in der Familie sei für ihn heilig, sagte Ackermann. Das Thema sollte zwischen Aufsichtsrat und Vorstand hinter verschlossenen Türen geklärt werden.

Die Deutsche Bank steckt mitten in der Sanierung und in Verhandlungen über eine US-Milliardenstrafe wegen Geschäften mit faulen Hypotheken. Jain hatte wie sein damaliger Co-Vorsitzender Jürgen Fitschen 2014 noch rund 6,6 Millionen Euro verdient. Ende Juni war Jain 2015 zurückgetreten und erhielt für das halbe Jahr ein Gehalt von 1,9 Millionen Euro.

(sda/cfr/me/chb)

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