Finanzlegende Warren Buffett war dem US-Mischkonzern General Electric (GE) während der Finanzkrise mit einer Milliardenspritze zur Hilfe geeilt. Nun fliesst das Geld wie versprochen zurück. Für Buffett hat sich das Geschäft gerechnet.
General Electric hält sein Wort und begleicht seine Schulden beim legendären US-Investor Warren Buffett. Zahltag ist der 17. Oktober, wie GE am Dienstag (Ortszeit) in einer Börsenmitteilung mitteilte. Der Chef der Investmentholding Berkshire Hathaway darf sich dann über mehr als 3,3 Milliarden Dollar freuen.

Buffett war GE im Oktober 2008 - nur wenige Tage nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers - mit einer Finanzspritze von 3 Milliarden Dollar beiseite gesprungen und hatte dafür im Gegenzug Vorzugsaktien des Industrieriesen erhalten. Schlitzohr Buffett sicherte sich für die Wertpapiere eine laufende Verzinsung von üppigen 10 Prozent.

General Electric erholt sich

Mittlerweile läuft das Geschäft von GE aber wieder. Vor allem die kriselnde Finanzsparte hat sich erholt. Deshalb will der Konzern seine teuren Schulden loswerden. GE hatte bereits erklärt, Buffett im Oktober auszahlen zu wollen. Zusätzlich zu den geliehenen Milliarden fliessen ein zehnprozentiger Bonus und ausstehende Zinsen. Insgesamt dürfte Buffett an dem Geschäft mehr als 1,2 Milliarden Dollar verdient haben.

Buffett hatte zu Krisenzeiten auch der US-Investmentbank Goldman Sachs und dem Rückversicherer Swiss Re Geld geborgt, das er bereits zurückerhalten hat. Buffett war zu Zeiten der Finanzkrise einer der wenigen, die noch flüssig waren. Der 80-Jährige ist nach einer Auflistung des US-Magazins Forbes der drittreichste Mensch der Welt mit einem Vermögen von 50 Milliarden Dollar.

Jüngst wandte sich die angeschlagene Bank of America an den Starinvestor und erhielt 5 Milliarden Dollar aus seiner prall gefüllten Schatulle.

Orakel von Omaha

Buffetts hat seinen Reichtum über die Jahrzehnte mit klugen Investments angehäuft. Sein untrüglicher Riecher fürs Geldverdienen und seine kauzige Art haben ihm eine grosse Fangemeinde beschert, die ihn liebevoll das «Orakel von Omaha» nennt. Buffetts Vermögen liegt in der Investmentholding Berkshire Hathaway, die rund 80 eigene Tochterfirmen besitzt und obendrein grosse Aktienpakete an Konzernen wie Coca-Cola oder der Munich Re hält.

Ein Investment von Buffett gilt als Ritterschlag in der Finanzwelt und löst nicht selten einen Ansturm anderer Investoren aus. General Electric war es mit Buffetts Rückendeckung gelungen, insgesamt rund 15 Milliarden Dollar an frischem Kapital einzusammeln. General Electric brauchte das Geld, weil dem Konzern seine Finanzsparte zum Verhängnis geworden war. Sie hatte beim Crash des US-Immobilienmarkts massive Verluste erlitten.

(rcv/kgh/sda)

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